Innovationen und hohe Effizienz
Informationstechnik ist die Basis für Netzwerke in der Versorgungskette

Logistik ist heute ein volkswirtschaftlich relevanter Standortvorteil. Die Logistik-Branche erwirtschaftet einen Umsatz von 150 Mrd. Euro - das sind 7,2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum Vergleich: Der Logistik-Markt in Europa wird auf 585 Mrd. Euro (6,5 % des BIP) und der US-Markt auf 910 Mrd. Dollar (8,7 % des BIP) geschätzt.

HB DÜSSELDORF. Auch die Bundesregierung hält den Logistikstandort Deutschland für attraktiv: Die logistische Leistungsfähigkeit bei konkurrenzfähigen Logistikkosten soll zukünftig Teil ihres internationalen Standortmarketings sein. Prozessfähigkeit und Vernetzung der Unternehmen sind neben Bildung und Infrastruktur entscheidende Standortfaktoren.

Gleichbleibend hoher Kostendruck, internationaler Wettbewerb und steigende Kundenanforderungen zwingen die Unternehmen zur Zusammenarbeit in der Versorgungskette. Nur so lässt sich der hohe Grad an Effizienz erreichen, der im internationalen Wettbewerb die hohen Lohnkosten in Deutschland rechtfertigen lässt. Zukünftig konkurrieren durch Logistik verbundene Netzwerke und nicht mehr einzelne Unternehmen miteinander. Die Informationstechnologie bildet dabei die Plattform der Vernetzung. Die Investitionen steigen bemerkenswert: Automobilhersteller investieren hier bereits mehr als 20 % Prozent, Konsumgüterindustrie und Handel mehr als 25 % ihres Logistik-Budgets - mit stark steigender Tendenz.

Die Logistik ist für die Unternehmen das entscheidende Bindeglied zur Steuerung von Dienstleistern und Lieferanten. Auf der Lieferantenseite finden sich in Deutschland viele Beispiele für hervorragende Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Systemlieferant. Eine Einbindung der Vorlieferanten ist jedoch derzeit eher Zukunftsmusik. Gerade mittelständische Unternehmen müssen durch gezielte Maßnahmen in Standards und Normen Voraussetzungen für die Einbindung in die Netze weltweit agierender Hersteller schaffen.

Die stetige Ausweitung des logistischen Aufgabenumfangs fordert neben mehrstufigen Ausbildungsformen ein lebenslanges Lernen des Managements. Hier setzen aktuelle Weiterbildungsprojekte und-akademien sowie MBA-Programme an. Deutschland ist bekannt für seine gut ausgebildeten Logistiker - davon profitieren die Unternehmen. Ob in der Automobil- oder Elektroindustrie, ob Maschinenbau oder Handel: Auch auf internationalen Märkten kommt der Supply-Chain-Planer oft aus Deutschland.

Im Wettbewerb gerade mit den zehn neuen Mitgliedsländern muss sich der Logistik-Standort Deutschland auch durch infrastrukturelle Vorteile abgrenzen. Deutschland liegt in der geographischen Mitte der neuen EU und kann, Investitionen und politische Unterstützung vorausgesetzt, durch die Ost-WestIntegration das zentrale Distributions-Hub werden. Hier muss der Logistik-Standort seine Chancen nutzen sowie durch Innovationen und Investitionen verhindern, dass er trotz seiner zentralen Lage an den Rand gedrängt wird: Ziel ist es, wertschöpfende logistische Funktionen und Zentren in Deutschland anzusiedeln. Damit hat die logistische Leistungsfähigkeit unmittelbare Auswirkungen auf die Attraktivität des Standorts Deutschland.

Dieter Bock ist Mitglied des Präsidiums der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

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