Insbesondere Chipwerte betroffen
Auch Nemax leidet unter Nokia-Prognose

Eine gesenkte Umsatzprognose des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia sowie schlechte Vorgaben von den US-Leitbörsen haben die Stimmung am Frankfurter Neuen Markt weiter eingetrübt und die Indizes ins Minus gedrückt.

Reuters FRANKFURT/M. Börsianer führten vor allem die schwache Tendenz einiger Chipaktien auf die Nachrichten aus dem finnischen Unternehmen zurück. Aixtron gaben um mehr als drei Prozent nach, und die Papiere des Kleincomputerherstellers Kontron Embedded büßten ebenfalls rund drei Prozent ein. Gegen den Trend stemmten sich indes die Aktien des Mobilfunkanbieters Mobilcom, die um mehr als fünf Prozent auf 8,96 Euro anzogen. Einem Zeitungsbericht zufolge will die France Telecom den freien Aktionären zehn Euro bieten.

Der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax50 verzeichnete am frühen Nachmittag ein Minus von rund zwei Prozent auf 632 Stellen. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index gab um knapp zwei Prozent auf 684 Zähler nach. Einen negativen Einfluss hatten erneut die US-Märkte, die am Mittwoch deutlich nachgegeben hatten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte zuletzt 1,49 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq 2,99 Prozent tiefer gelegen. Die für den US-Börsenstart maßgeblichen Futures notierten rund eine Stunde vor Auftakt erneut schwächer und deuteten auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung hin.

Die gesenkte Umsatzprognose von Nokia wirkte sich Händlern zufolge vor allem auf die Chipwerte aus. ACG fielen um mehr als zwei Prozent auf 2,95 Euro, Aixtron rutschten um 3,2 Prozent auf 12,05 Euro. Die Papiere von Kontron Embedded gaben um drei Prozent auf 6,06 Euro nach, und CE Consumer Electronic verzeichneten einen Abschlag von mehr als fünf Prozent auf 3,36 Euro. "Das hängt mit Nokia zusammen", kommentierte ein Händler die Abschläge. Das finnische Unternehmen hatte am Morgen seine Umsatzprognose für das zweite Halbjahr 2002 auf ein Plus von maximal zehn Prozent gesenkt. Bislang waren die Finnen auf Jahresbasis von einem Umsatzwachstum von mindestens 15 Prozent ausgegangen. Dagegen bekräftigte das Unternehmen seine frühere Gesamtjahresprognose. In Helsinki fiel der Nokia-Kurs um knapp vier Prozent.

Um mehr als fünf Prozent auf 8,95 Euro zogen die Papiere von Mobilcom an. Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor ohne Quellenangabe berichtet, die mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligte France Telecom wolle den freien Aktionären nur zehn Euro bieten und damit deutlich weniger als die von MobilCom-Gründer Schmid für sich und die anderen Anteilseigner verlangten 22 Euro. "Wenn eine Aktie bei 8,50 Euro steht und jemand will zehn Euro bieten, dann ist eigentlich klar, was damit passiert", erklärte ein Händler den anziehenden Aktienkurs. Ein anderer Börsianer sagte unterdessen: "Da muss man sich allerdings fragen, ob zehn Euro nicht zu viel für das Papier sind."

Süss Microtec stiegen um 2,1 Prozent auf 18 Euro. Die Investmentbank UBS Warburg hatte die Papiere auf "Strong Buy" von zuvor "Buy" hochgestuft, dabei das Kursziel aber auf 30 Euro von 46 Euro gesenkt. Händler verwiesen auch auf eine technische Reaktion auf die deutlichen Verluste von mehr als 18 Prozent am Dienstag.

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