Insgesamt 23 Tote
Neue Zusammenstöße in Palästinensergebieten

dpa RAMALLAH/GAZA. Palästinensische Demonstranten haben sich am Sonntag in den Städten des Westjordanlandes und im Gazastreifen erneut Straßenschlachten mit der israelischen Armee geliefert, bei denen nach ersten Berichten mehr als 60 Menschen verletzt wurden. Ein palästinensischer Polizist wurde bei den Ausschreitungen von israelischen Soldaten erschossen. Zwei Demonstranten, die am Samstag mit Kopfschüssen in Krankenhäuser gebracht worden waren, erlagen ihren Verletzungen.

Insgesamt hat sich die Zahl der Toten bei den Unruhen vom Wochenende damit auf 23 erhöht. 612 seien verletzt worden, sagte der palästinensische Gesundheitsminister Riad Sanun. Bereits am Freitag waren bei Zusammenstößen auf dem Tempelberg in Jerusalem sieben Menschen getötet worden. Auch die israelische Armee meldete bisher Dutzende Verletzte.

Palästinensische Schulen bis Dienstag geschlossen

Die meisten Toten wurden am Sonntagmittag unter großer Anteilnahme der palästinensischen Bevölkerung beerdigt. Unter den Getöteten war auch ein zwölfjähriger Junge, der am Samstag ins Kreuzfeuer palästinensischer Heckenschützen und der israelischen Armee geriet. Wegen des tragischen Zwischenfalls wurden die palästinensischen Schulen bis Dienstag geschlossen, um zu verhindern, dass Kinder auf dem Schulweg zwischen die Fronten kommen.

Unmittelbar nach den Begräbnissen kam es zu erneuten Straßenschlachten. Schon am Morgen hatten sich jugendliche Demonstranten in Hebron mit israelischen Soldaten erneut gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert.

Der von Palästinenserpräsident Jassir Arafat ausgerufene Generalstreik aus Protest gegen "das brutale Massaker am palästinensischen Volk" wurde auch am Sonntag weitgehend beachtet. Das Kabinett Arafats forderte am Samstagabend die Vereinten Nationen auf, das Verhalten der Israelis zu untersuchen.

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