Insgesamt 25 Staaten
Hunderttausende feiern den Beitritt ihrer Länder

Einen Tag vor der offiziellen EU-Erweiterung feiern die Menschen in vielen Städten und Gemeinden auf beiden Seiten der deutschen Grenze die Aufnahme der Länder. Bundeskanzler Schröder wird am Samstag an den Feiern im sächsischen Zittau teilnehmen.

HB BERLIN. Vor der historischen Erweiterung der Europäischen Union (EU) haben hunderttausende «EU-Neubürger» den Beitritt ihrer Länder gefeiert. Ab dem 1. Mai gehören der EU 25 Staaten an. Neu hinzu kommen die Staaten Lettland, Litauen, Estland, Zypern, Malta, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei und Slowenien. Die EU umfasst dann 450 Millionen Menschen.

Entlang der deutsch-polnischen Grenze begannen die Feierlichkeiten bereits am Freitagnachmittag. In Frankfurt/Oder und in der polnischen Nachbarstadt Slubice eröffneten die Bürgermeister ein Volksfest. Um Mitternacht wollten der deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und sein polnischer Kollege Wlodzimierz Cimoszewicz symbolisch die Grenze öffnen.

Kommunalpolitiker der sächsischen Stadt Zittau, der polnischen Gemeinde Bogatynia und der tschechischen Kommune Hradek nad Nisou kamen in Zittau zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Am Abend fand in Zittau eine Feierstunde der sächsischen Staatsregierung statt. Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hob in seiner Ansprache die Wahrung des Friedens als Kern der europäischen Einigung hervor. «Die Botschaft dieser Stunde ist 'Nie wieder Krieg in Europa'», sagte er. Europa solle nie wieder neue Soldatengräber haben, sagte Kohl mit Blick auf die Opfer der beiden Weltkriege. Das sei die «eigentliche und wichtigste Begründung für die Einigung Europas».

An der deutsch-polnischen Ostseeküste zwischen Ahlbeck und der polnischen Hafenstadt Swinemünde begann am Abend ein mehrtägiges Europafest. In Berlin wurde die EU-Erweiterung mit einem Straßenfest vor dem Brandenburger Tor gefeiert. Um Mitternacht wollte man mit der Europahymne und einem Mai-Walzer auf dem Pariser Platz die zehn neuen Mitgliedsländer begrüßen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und die Ministerpräsidenten von Tschechien und Polen, Vladimir Spidla und Leszek Miller, nehmen am Samstag an den EU-Erweiterungsfeiern im sächsischen Zittau teil. Im Dreiländereck zwischen den drei Staaten werden sie zunächst eine symbolische Probebohrung für eine Grenzstraße vornehmen. Anschließend gehen die Regierungschefs zu Fuß vom polnischen Bogatynia ins tschechische Hrádek nad Nisou und anschließend nach Zittau.

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