Insgesamt desaströse Zahlen
Institutionelle werfen Brokat-Aktien auf den Markt

Massive Quartalsverluste haben die am Neuen Markt gehandelte Aktie der Brokat AG am Freitag nach Händlerangaben in der Spitze um rund 30 % auf 1,86 Euro einbrechen lassen.

Reuters/dpa-AFX FRANKFURT. "Die Zahlen sind in erster Linie wegen der hohen Abschreibungen schlecht, aber insgesamt als desaströs zu bezeichnen", sagte ein Händler.

Die Aktie werde bei einem Quartalsverlust von 825 Mill. Euro bei einem Umsatz von lediglich 28 Mill. Euro weiter stark unter Abgabedruck stehen. Es seien überwiegend institutionelle Investoren, die den Wert nun wieder verkauften. In den Vorwochen hatte die Brokat-Aktie aufgrund nicht bestätigter Marktgerüchte um eine Übernahme durch den US-Computerhersteller IBM deutlich zulegen können und war besonders bei Institutionellen gefragt, hieß es.

"Das ist jetzt hoffentlich der Kehraus", sagte ein Händler. Vermutlich habe Brokat alle einmaligen Belastungen in diese Quartalsbilanz eingearbeitet. Ansonsten werde das Unternehmen nicht mehr lange zahlungsfähig bleiben, sagte ein anderer Händler. Nach Firmenangaben lagen die liquiden Mittel Ende Juni bei 41 Mill. Euro.

"Wir haben die Aktie auf "Sell" gesetzt, weil der Geldabfluss im vergangenen Quartal höher war als es der aktuelle Geldbestand ist", sagte Thomas Friedrich, Analyst der HypoVereinsbank. Damit drohe Brokat rechnerisch die rasche Illiquidität wenn kein Geldgeber gefunden würde. "Auch wenn das Unternehmen schnell einen Investor findet, dauert es noch einige Zeit, bis das Geld auf den Konten ist", sagte er.

Die Umsatzzahlen seien weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, wobei der Umsatz im laufenden Quartal saisonbedingt in aller Regel noch weiter schrumpft. Die hohen Abschreibungen auf die übernommenen Firmen seien vom Markt erwartet worden, sagte Friedrich.

Die Anteilsscheine des Finanzsoftwareherstellers markierten im Mitte Juli mit 1,70 Euro ein Jahrestief. Den höchsten Stand des laufenden Jahres erreichten die Papiere mit 35,01 Euro Mitte Januar.

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