Insgesamt elf Festnahmen
Islamisten planten Attentate in Deutschland

Mit dem Schlag gegen den deutschen Zweig der Terrorbewegung Al-Tawhid ist offenbar ein Anschlag in Deutschland verhindert worden. Nach Angaben von Generalbundesanwalt Kay Nehm gab es Beweise, "dass diese Gruppe eine ernsthafte Tat in Deutschland plant". Die Bundesanwaltschaft habe deswegen zugegriffen, sagte Nehm am Dienstagabend in den ARD-Tagesthemen.

dpa/WiWo/ap KARLSRUHE. Bei der bundesweiten Razzia gegen die sunnitisch-palästinensische Terrorbewegung waren am Dienstag elf mutmaßliche Mitglieder festgenommen worden. Kopf der Zelle ist nach bisherigen Erkenntnissen der 36-jährige Palästinenser Yaser H. aus Nordrhein-Westfalen. Neben dessen Essener Wohnungen wurden insgesamt 19 Objekte in Düsseldorf, Krefeld, Osnabrück, Berlin, München, Regensburg, Nürnberg, Hamburg, Beckum (Nordrhein-Westfalen) und Georgsmarienhütte (Niedersachsen) durchsucht. Nehm bestätigte Berichte, dass einige der Verdächtigen in afghanischen Camps der Terrorgruppe El Kaida ausgebildet worden seien. Man habe die Verdächtigen bereits längere Zeit beobachtet.

Eine weitere Bedrohung in Deutschland wollte Nehm nicht ausschließen. "Man spricht ja nicht umsonst von einem Netzwerk und wir haben jetzt einen Teil dieses Netzwerkes gelüftet. Was sich in anderen Bereichen tut, wissen wir nicht genau." Er hoffe auf weitere Fahndungserfolge gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Es müsse damit gerechnet werden, "dass jederzeit aus dem Ausland weitere Täter zu uns kommen". Mehr Einzelheiten wollte Nehm mit Hinweis auf die Ermittlungen nicht nennen. Von einem Terroranschlag müsse ausgegangen werden. "Wir haben auch schon vielversprechende Ansätze in den Vernehmungen." Spekulationen über konkrete Ziele lehnte Nehm ab. Vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts liege jedoch nahe, dass US-Ziele oder israelische Ziele im Visier gewesen seien.

Nehm sagte im Fernsehsender n-tv, bei Al-Tawhid handele es sich um eine lose organisierte Vereinigung um den spirituellen Führer Abu Katadah. Der Jordanier palästinensischer Herkunft wurde im Jahr 2000 in Abwesenheit von einem Militärgericht in Jordanien wegen der Planung von Anschlägen auf amerikanische und israelische Ziele verurteilt. Er ist nach Aussage britischer Antiterror-Experten untergetaucht.

Der Generalsekretär der Islamischen Einheitsbewegung (Tawhid) erklärte am Dienstagabend in der nordlibanesischen Stadt Tripolis, seine Organisation habe keine Verbindungen zu Deutschland. "Wir haben keine Filialen außerhalb Libanons", sagte Scheich Bilal Schaaban.

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