Inside Wall Street
Die Wall Street tappt im Dunkeln

Während die New Yorker Sonne und Stromausfälle ein hitziges Klima bewirken, ist solches an der Börse nicht festzustellen. Angst vor dem Double Dipp und neue Ermittlungen trüben die Handelsstimmung.

NEW YORK. Im Financial District gehen die Lichter aus. Die Hausverwaltungen rufen ihre Mieter an. Die Büros sollen Strom sparen. Die Stromversorger haben gewarnt, dass in Downtown Manhattan der Saft ausgehen könnte. Vor zwei Wochen drohte bereits der Kollaps, als ein Elektrizitätswerk explodierte. Heute kommt nun die zweite Warnung. Bei drückenden Temperaturen in New York laufen die Klimaanlagen heiß, und der Strom wird knapp.

Der Handel erhitzt die Gemüter zur Wochenmitte weniger. Miese Konjunkturdaten und Ermittlungen bei AOL Time Warner verdeutlichen, dass trotz der jüngsten Kursrally die Probleme noch lange nicht ausgestanden sind. Das Bruttoinlandsprodukt lag im zweiten Quartal deutlich unter den Erwartungen. Um 1,1 Prozent ist die US-Wirtschaft gewachsen. Erwartet wurde ein Anstieg um 2,3 Prozent. Zudem wurden auch die Angaben aus dem ersten Quartal nachträglich von 6,1 auf 5 Prozent korrigiert. Konsumenten und Unternehmen geben weniger aus. Und nachdem gestern bereits die Angaben über das Verbrauchervertrauen enttäuscht hatten, wächst die Sorge vor dem vielbeschworenen Double Dipp.

Bei dem Medienkonzern AOL Time Warner hat sich nun auch das Justizministerium eingeschaltet. Letzte Woche wurde bereits bekannt, dass die Börsenaufsicht SEC einen tiefen Blick in die Geschäftsbücher werfen will. Heute hat AOL eingeräumt, dass sich nun auch das Justizministerium mit dem Fall befasst. AOL hatte den Medienkonzern Time Warner im Januar 2001 für 124 Milliarden Dollar übernommen. Die Behörden beschäftigen sich nun unter anderem mit falsch gebuchten Anzeigeneinnahmen.

Zustimmung auf breiter Front erhält der Deal zwischen IBM und Price Waterhouse Coopers. Big Blue übernimmt die Beratungssparte für 3,5 Milliarden Dollar. IBM hatte beim ehemaligen Wachstumsmotor, dem Servicebereich, zuletzt einige Probleme bekommen. Der Deal verdeutlicht den neuen Trend in der Consulting-Branche. Nach den Verstrickungen von Arthur Andersen in den Enron Skandal wird der Ruf immer lauter, Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsarme so weit wie möglich voneinander zu trennen. Die Übernahme wird auf dem Parkett fast schon als Schnäppchen gehandelt. Denn der Kaufpreis beträgt gerade mal rund 70 Prozent des Jahresumsatzes der Beratungssparte.

Quelle: Wall Street Correspondents

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