INSIDE WALL STREET
Festnahme in Afghanistan stützt Wall Street

Jubel an der Wall Street, Händler geben sich gegenseitig "High Five", klatschen sich ab, die Indizes schütteln die Kursverluste ab. Und das an einem Tag, an dem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen tagt, ein katastrophaler Arbeitsmarktbericht vorgelegt wurde, und auch von Unternehmensseite weitere Warnsignale kommen.

Die Nachrichtenagentur AP meldete kurz nach Handelsbeginn, dass die Amerikaner gemeinsam mit pakistanischer Hilfe zwei Söhne von Osama bin Laden festgenommen haben. Im Verlauf des Vormittags verdichtete sich die Meldung, dass zumindest der älteste Sohn erwischt wurde. Und nachdem die Trader in den letzten Wochen wenig Grund zum Feiern hatten, wird diese Nachricht umso ausgelassener aufgenommen.

Die Arbeitslosenquote ist im Februar moderat von 5,7 auf 5,8 Prozent gestiegen. Damit hatten Analysten im Vorfeld auch gerechnet. Allerdings wurden im vergangenen Monat 308 000 Arbeitplätze abgebaut. Und das ist eine böse Überraschung. Experten gingen im Vorfeld davon aus, dass 10 000 neue Stellen geschaffen würden. Da es in den USA keine Seltenheit ist, mehr als einen Job zu haben, muss sich die Arbeitslosenquote auch bei deutlichem Stellenabbau nicht notwendigerweise deutlich in die Höhe schrauben. Die US-Konjunktur hängt maßgeblich von der Inlandsnachfrage ab, und insofern ist zu befürchten, dass die ernste Lage auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren beim Konsum hinterlassen wird. Und das wiederum bremst den zögerlichen Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft.

Intel steht zum Wochenende am Ende der 30 Standardwerte. Der Chiphersteller hatte am Donnerstagabend nach Handelsschluss seinen Quartalszwischenbericht vorgelegt. Vor allem bei der Nachfrage nach Flash Memory Chips hat sich der Konzern offenbar verschätzt. Intel hatte im November die Preise für diese Halbleiter erhöht. Dabei hatte das Unternehmen auf steigende Nachfrage nach Handys und Taschencomputern gesetzt. Doch der große Nachfrageansturm bleibt bisher aus, und die Kunden sind vereinzelt zum billigeren Konkurrenten Advanced Micro Devices abgewandert.

Die große Frage für die kommende Woche lautet: werden die USA dem Irak ein neues und finales Ultimatum stellen? Auf der Tagesordnung stehen vereinzelte Quartalszahlen. Am Montag wird der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb mit den Geschäftszahlen nachziehen. In der vergangenen Woche konnten sich Pharmatitel gegen Trend noch verhältnismäßig gut verkaufen. Dienstag folgt der Ketchupproduzent Heinz und Donnerstag das Softwareunternehmen Adobe. Auf Konjunkturseite stehen am Dienstag Lagerbestände im Großhandel, am Mittwoch die Handelsbilanz, Donnerstag die Einzelhandelsumsätze und Freitag die Erzeugerpreise und Angaben zum Verbrauchervertrauen an.

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