Inside Wall Street: Kolumne: Arbeitsmarktbericht - Wer's glaubt, wird selig!

Inside Wall Street
Kolumne: Arbeitsmarktbericht - Wer's glaubt, wird selig!

Die Investoren an der Wall Street sind in diesen Tagen schwer zufrieden zu stellen. Auch der Arbeitsmarktbericht hilft den Märkten nicht. Dabei sind die Zahlen auf den ersten Blick gut ausgefallen.

NEW YORK. Die Arbeitslosenquote fiel im Januar von 6 auf 5,7 %. 143 000 neue Stellen wurden geschaffen. Analysten hatten lediglich mit 68 000 gerechnet. Vor allem in der Baubranche und im Einzelhandel kamen neue Jobs hinzu.

Im Einzelhandel neue Jobs? Das fragen sich wohl auch die Skeptiker unter den Tradern auf dem Parkett. Haben wir nicht erst am Donnerstag gehört, dass die Januar Verkaufszahlen etwa bei Wal-Mart erneut am unteren Ende der Erwartungen lagen? Zudem hat das Arbeitsministerium die Dezemberdaten korrigiert. So wurden wohl nicht 101 000 Stellen sondern sogar 156 000 Stellen abgebaut. Grünes Licht kann man nach diesem Arbeitsmarktbericht folglich nicht geben.

Grün, blau, gelb, orange und rot: das ist die Farbpalette der "Terror Alerts". Und mit Einverständnis der Regierung wurde heute Vormittag die Alarmstufe für mögliche Terroranschläge in den USA oder auf US-Einrichtungen im Ausland von gelb auf orange erhöht. Im Finanzdistrikt stehen an den Kreuzungen mehr Polizeipatrouillen als ohnehin schon. Die amerikanische Leitbörse bleib weitestgehend cool. Aber die geopolitische Lage drückt ohnehin schon seit Tagen auf die Stimmung. Am Donnerstag fiel der Dow Jones Index auf den tiefsten Stand des noch jungen Jahres.

Auch von Unternehmensseite gibt es kurz vor dem Wochenende wenig Glückshormone für Anleger. Das Computer-Service-Unternehmen EDS wird die Prognosen im Geschäftsjahr 2003 wohl nicht erreichen. Auch Dell Computer spricht davon, dass Corporate America auch in diesem Jahr noch nicht die Spendierhosen anziehen wird. Kleines Trostpflaster: die EDS Aktien sind in den vergangenen Monaten so stark niedergeknüppelt worden, dass die neue Warnung der Aktie keinen großen Schaden mehr zufügt.

So warten die Bullen also weiterhin auf den Turnaround. In der nächsten Woche gehören Metlife, Yum Brands mit den Ketten Pizza Hut und Taco Bell, Apllied Materials, Blockbuster, Coca-Cola, AIG, Goodyear Tire und Dell zu den Firmen, die noch Quartalszahlen melden werden. Bisher gingen kaum Wachstumssignale von der jüngsten Ertragssaison aus. Schwer vorstellbar, dass die Zahlen der nächsten Woche zufriedene Mienen bei Investoren hinterlassen werden.

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