Inside Wall Street
Kolumne: Wall Street zieht die Bremse

Ein eisiger Wind blies am Dienstag durch die Schluchten der Wall Street. Doch im Handel steckte viel Feuer. Die Aktien von Merck zogen zunächst kerzengerade nach unten. Der Pharmakonzern könnte auf einer Konferenz am Donnerstag die Aussichten senken, so die Vermutung. Um High Noon, 12 Uhr Mittags, dann die Kehrtwende. Merck selbst gab Entwarnung. Die Gewinnziele sollten sowohl 2002 als auch 2003 erfüllt werden.

NEW YORK. Öl goss Richard Bernstein, der Chefstratege von Merrill Lynch, ins Feuer. Er riet Anlegern, weniger in Aktien und mehr in Staatsanleihen zu investieren. Als Begründung nannte er unter anderem das Risiko einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Irak. Zudem bleibe der Blick auf Unternehmensgewinne verschwommen. Bernstein senkt die Aktiengewichtung in seinem Modellportfolio von 50 auf 45 %. Bonds werden im gleichen Verhältnis von 30 auf 35 % angehoben. 20 % sollten Investoren nach wie vor in Cash halten.

Nokia kam mit mittelmäßigen Wachstumsprognosen für die Handy-Branche heraus. America Online spricht von fallenden Anzeigeneinnahmen. Damit standen die Weichen schon vor der Eröffnungsglocke auf Sturm. Insgeheim hatten einige Trader vielleicht auf die Verkaufszahlen aus der Automobilbranche gehofft.

Ford verloren 8 %. Das sagt wohl alles. Die Autoverkäufe fielen gegenüber dem starken Vorjahr um 17 %. Die Null-Prozent-Finanzierungen scheinen vorerst ihre magische Wirkung eingebüßt zu haben. Laut Efraim Levy, Autoexperte von Standard & Poor´s, bleiben die Finanzierungshilfen zwar ein Kaufargument. Allerdings würden die Programme schon so lange laufen, dass sich potentielle Kunden mit ihrer Entscheidung mittlerweile Zeit lassen. Ford rechnet für das laufende Jahr mit einem Gewinn in Höhe von 40 Cents pro Aktie. Analysten hatten 47 Cents erwartet. Ford schraubt die Produktion für das vierte Quartal um 25 000 Wagen nach unten. Branchenweit rechnen Marktexperten damit, dass die US-Autoverkäufe im November gegenüber dem Vorjahr um 13 % fallen. Jetzt warten wir in New York auf die Zahlen von Chrysler und General Motors, und zumindest für heute auf ein kleines Weihnachtswunder.

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