Inside Wall Street
Sinkende Konjunkturprognosen

Joe Abati, Volkswirt bei Lehman Brothers, hat die Konjunkturprognosen für die nächsten vier Quartale um jeweils 0,5 Prozent gesenkt. Im Gegensatz zu Stephen Roach von Morgan Stanley, hält Abati das Risiko einer erneuten Rezession für begrenzt.

wsc NEW YORK. Auf Abatis Aussage basierend dürfte das BIP im dritten Quartal um 2 % und im vierten Quartal um 2,5 % wachsen. Im ersten Halbjahr des kommenden Jahres wird eine Wachstumsrate von 3 % erwartet. Im Gegensatz zu Stephen Roach von Morgan Stanley, hält Abati das Risiko einer erneuten Rezession für begrenzt.

Vorausgesetzt es tritt kein außergewönliches Ereignis ein, dass entweder die Stimmung am Aktienmarkt oder bei den Verbrauchern nachhaltig nach unten zieht, spricht vieles gegen ein derart pessimistisches Szenario. Einiges deutet darauf, dass der Konsum nicht einfach so kollabieren wird. Investoren sollten nicht vergessen das zwischen Null Wachstum oder einem Minus und ganzen 2 % Wachstum Welten liegen. Eine Rezession würde nur dann drohen, wenn 150 000 weitere Arbeitsstellen gestrichen werden, das Verbrauchervertrauen um weitere 15 bis 20 % absinkt und gleichzeitig der Konsum einbricht.

Das Potential einer derartigen Entwicklung mag gegeben sein, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit das es dazu kommt eher gering. Das größte Risiko sind nicht etwa die Verbraucher, sondern die Unternehmensinvestitionen. Jüngste Daten deutet auf sinkende Zuversicht innerhalb der Unternehmenswelt. Lässt das Vertrauen in die Zukunft nach, werden auch die Ausgaben für Kapitalgüter oder Löhne zurückgefahren. Mit einer Erholung der Investitionen sei laut Abati vorerst nicht zu rechnen. Unternehmen müssen sich gegen skeptischere Investoren und eine härtere Gangart der Börsenaufsicht durchsetzen. In Anbetracht des harten Finanzmarktklimas besteht auch kein Freiraum für Fehltritte. So sinkt die Anzahl an platzierten Unternehmensanleihen, während gleichzeitig die gebotenen Zinsen klettern. Was Kredite betrifft, haben Banken wiederum den Geldhahn zugedreht. Zu guter Letzt wäre da noch der Gegenwind resultierend aus den Überinvestitionen der End 90er Jahre.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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