Insider-Handel
Ex-Chef von ImClone drohen bis zu 15 Jahre Haft

Der frühere Chef des US-Biotechnologieunternehmens ImClone, Sam Waksal, ist am Mittwoch wegen des Verdachts auf Insider-Geschäfte festgenommen worden. Die US-Bundespolizei habe Waksal am Morgen in seinem Haus in New York verhaftet, sagte Waksals Specher.

Reuters NEW YORK. In Gerichtsdokumenten hieß es, Waksal werde Verschwörung, Wertpapierbetrug und Meineid vergeworfen. Die US-Börsenaufsicht SEC teilte mit, Waksal habe Anteile an dem Unternehmen zu verkaufen versucht, unmittelbar bevor die US-Gesundheitsbehörde (FDA) ihre Entscheidung gegen die Zulassung eines Krebsmedikaments von ImClone bekannt gegeben habe. Der damalige Firmenchef habe zudem gleichzeitig Verwandten den Tipp gegeben, ihre Anteile an ImClone zu verkaufen.

Den SEC-Angaben zufolge versuchte Waksal knapp 79.800 Aktien im Wert von rund fünf Millionen Dollar (rund 5,3 Millionen Euro) loszuwerden. Zwei Brokerhäuser hätten sich jedoch geweigert, die Aufträge auszuführen. Familienmitglieder sollen jedoch Anteile im Wert von mehreren Millionen Dollar verkauft haben, bevor die Entscheidung der Behörde bekannt wurde. Waksal war vor rund einem Monat als Chief Executive von ImClone zurückgetreten.

Die für die Genehmigung von Arzneien zuständige FDA hatte die ImClone-Entwicklung Erbitux im Dezember überraschend nicht genehmigt. Die klinischen Tests des Krebsmittels seien nicht korrekt gewesen, hatte es damals zur Begründung geheißen. Das Medikament ist jedoch die einzige Entwicklung des Unternehmens, das in absehbarer Zukunft auf den Markt gebracht werden kann. Die Imclone-Aktien haben seit Dezember rund 80 Prozent ihres Wertes verloren.

Die FDA hatte am 12. Dezember nach Angaben der Ermittlungsbehörden erstmals "ernsthafte Bedenken" gegen das Mittel geäußert und am 28. Dezember ihre Entscheidung öffentlich bekannt gegeben. In diesem Zeitraum verlor die Aktie 15 Prozent.

Waksal wird vorgeworfen, er habe am 25. Dezember einen genaueren Tipp von seinem Bruder Harlan erhalten, wonach die FDA das Medikament ablehnen werde. Harlan Waksal, der damals Chief Operating Officer des Unternehmens war, war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In den zwei Tagen vor der offiziellen FDA-Ankündigung gab der Aktienkurs um sieben Prozent nach. Eine Tochter Waksals verkaufte am 27. Dezember Aktien im Wert von rund 2,5 Millionen Dollar, eine andere Tochter sowie weitere Verwandte und Freunde verkauften ebenfalls Aktien. Es ist derzeit noch nicht klar, ob Waksal mit diesen Personen Kontakt aufgenommen hat.

Nach Angaben von Rechtsexperten kommt auf Waksal ein strafrechtliches Verfahren seitens des US-Justizministeriums und ein zivilrechtliches seitens der Börsenaufsicht zu. Das strafrechtlichen Strafmaß sehe bis zu 15 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu einer Million Dollar vor. Die zivilrechtliche Strafe könne bis zu 120.000 Dollar für jede erwiesene Gesetzesübertretung und die Rückgabe des Geldes beinhalten, das durch den illegalen Handel erwirtschaftet wurde.

Nach der Bestätigung der Festnahme des Ex-Unternehmenschefs am Mittwoch fielen ImClone-Aktien an der US-Technologiebörse Nasdaq zeitweise um mehr als sieben Prozent. Kurz vor Börsenschluss notierten sie in einem freundlichen Gesamtmarkt mit 1,32 Prozent im Plus bei 7,66. Dollar.

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