Insiderhandel
Weltweit Börsen-Prüfung wegen möglicher Terroristenspekulationen

Weltweit prüfen derzeit Aufsichtsbehörden, ob Gruppen um den mutmaßlichen Terroristen Osama bin Laden ihr Wissen um die Anschläge in den USA zu Börsenspekulationen genutzt haben könnten. Dies hat die amerikanische Börsenzeitung «Investor's Business Daily» am Mittwoch berichtet.

dpa NEW YORK. Die Untersuchungen laufen nach Darstellung der Zeitung auf so genannten Leerverkäufe in mehreren Finanzzentren hinaus. Dabei geht es um Aktien, die nach dem Massaker dramatisch gefallen waren. Leerverkäufe beinhalten den Verkauf von Aktien, die sich noch nicht im Besitz des Verkäufers befinden. Dieser spekuliert darauf, sich zu einem späteren Zeitpunkt günstiger eindecken und die Differenz als Gewinn einstecken zu können.

Die amerikanischen Behörden untersuchen nach Angaben der Zeitung eine ungewöhnlich hohe Zahl von Aktien von Airlines und Versicherungsgesellschaften, die in den Tagen und Wochen vor den Attacken verkauft wurden.

Nach Angaben der Zeitung haben Aufsichtsbehörden in Deutschland, Japan und den USA Informationen über Leerverkäufe erhalten. Auch britische, italienische, französische und schweizerische Stellen beteiligten sich an der Untersuchung. Versicherungsfirmen wie Munich Re, Swiss Re und Axa halfen den Behörden nach Angaben der Zeitung ebenfalls.

Nach anderen US-Medienberichten untersucht die Chicago Board Options Exchange, der weltgrößte Optionsmarkt, ungewöhnliche Handelsaktivitäten vor den Terroristenattacken der vergangenen Woche. Es soll einen starken Anstieg von Verkaufsoptionen in Aktien der AMR und der UAL gegeben haben, den Muttergesellschaften der American und der United Airlines.

Eine so genannte «Put-» oder Verkaufsoptionen gibt dem Käufer das Recht, die zu Grunde liegenden Aktien zu einem bestimmten Preis jederzeit während der Laufzeit der Option zu veräußern. Dafür zahlt der Käufer der Verkaufsoption dem Verkäufer eine Prämie.

Es handelt sich dabei ebenfalls um Spekulationen, dass der Aktienkurs fällt. Genau das geschah nach den Terroristenattacken auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington sowie den Absturz einer Maschine in Pennsylvania. Die Aktien vieler US-Firmen brachen nach Wiederaufnahme des Handels ein. Besonders betroffen waren Versicherungswerte und Aktien von Fluggesellschaften. Die Airline-Aktien verloren zwischen 39 % und mehr als 60 % an Wert.

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