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Insiderverdacht bei D.Logistics wird untersucht

Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel (BAWe) hat im Zusammenhang mit dem Handel von Aktien des Logistikdienstleisters D.Logistics wegen auffälliger Kursbewegungen ein Insiderverfahren eingeleitet.

Reuters FRANKFURT/M. Die Untersuchungen stünden in Zusammenhang mit zwei Ad-hoc-Meldungen vom Februar, bestätigte eine Behördensprecherin am Dienstagmorgen. Die Untersuchungen beträfen Pflichtmitteilungen vom 18. und vom 21. Februar, hieß es. Das BAWe begründete das Verfahren mit einer auffälligen Kursentwicklung. Die einstige Vorzeigefirma des Neuen Marktes hatte Mitte Februar überraschend Ernst Gumrich zum neuen Vorstandschef berufen, der am 18. Februar ein wesentlich schlechteres Ebit als bis dahin prognostiziert ankündigte und am 21. Februar einen drohenden Liquiditätsengpass einräumte. Zuvor war der D.Logistics-Aktienkurs vom 14. auf den 15. Februar bereits um fast zwölf Prozent auf 5,50 Euro eingebrochen.Bis zum 20. Februar verloren die Titel dann fast die Hälfte an Wert auf rund 3,30 Euro. Am Dienstagvormittag notierte der Aktienkurs der im Nemax 50 gelisteten Firma in einem gut behaupteten Marktumfeld mit rund 0,5 Prozent im Plus bei 1,93 Euro.

Verfehlte Prognosen 2001

Gumrich war vom D.Logistics-Aufsichtsrat nach nur drei Wochen im Amt wieder abberufen und durch den alten Vorstandschef und Firmengründer Detlef Hübner ersetzt worden. Zu dem angekündigten drohenden Liquiditätsengpass teilte das Unternehmen bei der Vorlage der Geschäftszahlen am 28. März mit, nach Gesprächen mit den finanzierenden Banken gehe die Gesellschaft davon aus, "dass die Finanzierung der D.Logistics AG und der gesamten Gruppe auf Dauer und nachhaltig gesichert ist."

Die Firma wies für 2001 ein Betriebsergebnis (Ebit) von 12,4 (Vorjahr: 23,38) Millionen Euro aus. Der Umsatz wurde mit 484,3 (Vorjahr: 382,5) Millionen Euro beziffert. Das Unternehmen hatte am 18. Februar aber einen Umsatz zwischen 660 und 680 Millionen Euro sowie Ebit von null bis vier Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Eine Firmensprecherin hatte die zu den Februarprognosen auftretenden Abweichungen damit begründet, dass der damalige Vorstandschef Ernst Gumrich Verluste der Geschäftsbereiche IT/E-Commerce und Consulting komplett mit in das Ebit einbezogen habe. Nunmehr sei dafür in der Gewinn- und Verlustrechnung ein eigener Posten ausgewiesen worden.

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