Insolventer Baukonzern gründet Tochter für Neuaufträge
Heijmans legt Angebot für Holzmann vor

Der niederländische Baukonzern Heijmans N.V, Rosmalen, will heute endgültig ein Angebot für weitere Teile von Holzmann abgeben. Heijmans hat bereits die Holzmann-Töchter Dubbers Malden, Franki Grundbau sowie die Niederlassung Grafenwöhr gekauft.

jkn FRANKFURT/M. Offensichtlich hat der vorläufige Insolvenzverwalter Ottmar Hermann mit Rückendeckung der Gläubigerbanken in den letzten Tagen den Druck auf Heijmans verstärkt. Er will verhindern, dass sich die Niederländer die Rosinen herauspicken. Das ist - so berichten Finanzkreise - auch im Interesse der Gläubigerbanken. Sie fürchten bei einem selektiven Verkauf, dass die verbleibenden Bauprojekte kippen könnten. Dann würden Avale (Bürgschaften) in Millionenhöhe fällig.



Gleichzeitig verliert Holzmann, je länger der Schwebezustand anhält, immer mehr Mitarbeiter und damit Baukompetenz. "Man kann einen Großkonzern wie Holzmann nicht über mehrere Monate in einer Insolvenz führen", sagte ein Banker.



Ob Heijmans am Ende für das gesamte Inlandsgeschäft mit fünf Niederlassungen, rund 3000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,1 Mrd. Euro bieten wird, ist unklar. Heijmans-Vorstand Jacques van den Hoven, der gestern zu Gesprächen mit dem Verwalter in Frankfurt weilte, wollte keine Details nennen.

Allerdings rechnen sich die Niederländer gute Chancen aus. So wollen sie noch in dieser Woche zusammen mit dem Verwalter Hermann eine neue Gesellschaft mit Namen Philipp Holzmann GmbH gründen. In dieses Unternehmen, das zwar unter der insolventen Holzmann angesiedelt aber nicht Bestandteil des Insolvenzverfahrens ist, sollen die Neuaufträge des Baukonzerns wie etwa das Projekt Westtribüne des Stadions in Kaiserslautern eingebracht werden. Heijmans beansprucht einen Sitz in der Geschäftsführung dieser Gesellschaft. Gleichzeitig schließen die Niederländer nicht aus, dass auch bestehende Projekte in die neue Firma überführt werden.

Noch nicht geklärt sind dagegen die Rechte am Markennamen Holzmann in Europa. Neben Heijmans hat auch die Khalifa-Group Interesse an dem Namen etwa in Frankreich angemeldet. Die algerische Investorengruppe will das mit gut 100 Mill. Euro relativ kleine Geschäft der Holzmann International erwerben.

Quelle: Handelsblatt

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