Insolvenz droht
Bange Zukunft für Herlitz-Konzern

Der Herlitz-Konzern muss weiter um seine Zukunft bangen. Im Tauziehen zwischen Banken sowie Berlin und Brandenburg um eine Länderbürgschaft zur Rettung des angeschlagenen Papier- und Bürowarenherstellers zeichnet sich keine Lösung ab. Ein für Dienstag geplantes Treffen von Spitzenvertretern beider Länder kam bis zum Nachmittag nicht zu Stande. Als Grund wurden Terminprobleme genannt. Bei dem Berliner Traditionsunternehmen stehen 3000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

dpa BERLIN. Die Herlitz AG hatte Ende vergangene Woche für Dienstag abschließende Gespräche über die Bürgschaft "auf höchster politischer Ebene" angekündigt. Bei dem Treffen auf Einladung von Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sollte eine mögliche Erhöhung des Bürgschaftsvolumens erörtert werden. Für Berlin sollte Wirtschafts-Staatssekretär Volkmar Strauch daran teilnehmen.

Die Banken, die zugleich Herlitz-Mehrheitseigner sind, fordern die Bereitstellung des beantragten Bürgschaftsvolumens von 20 Millionen Euro. Dieses gilt als Voraussetzung für einen Kredit von 30 Millionen Euro an das Unternehmen. "Der Ball liegt jetzt bei der Politik", verlautete aus Bankenkreisen. Aus Berlin und Potsdam müssten jetzt "schnell Signale kommen". Ansonsten werde "das Thema Insolvenz für Herlitz immer akuter".

Bisher wollen Berlin und Brandenburg nach Bankenangaben nur neun Millionen Euro sichern. Dem Herlitz-Vorstand sei jedoch eine Bürgschaft von 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Bei der Berliner Wirtschaftsverwaltung hieß es, auch die Banken müssten angesichts ihrer Beteiligung von etwa 70 Prozent an Herlitz einen "gewissen Beitrag leisten". Sollten die Institute dies ablehnen, werde Herlitz aber nicht deshalb Insolvenz anmelden müssen.

Ein Bankenvertreter sagte dazu, es sei keine Frage, dass auch die Banken ihren Teil leisteten, etwa über einen Forderungsverzicht. Ein kurzfristiges Treffen des Bankenkonsortiums sei derzeit nicht geplant. Von Herlitz war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

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