Insolvenz rückt näher
Kirch-Schicksal soll vor Ostern besiegelt werden

Der Kampf um die hoch verschuldete Kirch Gruppe ist noch nicht entschieden. Auch am Dienstagabend konnten sich Investoren und Gläubigerbanken nach Informationen aus Finanzkreisen nicht auf ein endgültiges Konzept festlegen. Die Gespräche gestalteten sich schwieriger als noch am Wochenende erwartet, hieß es am Mittwoch in München.

rtr/dpa MÜNCHEN. Die Gläubigerbanken und Minderheitsgesellschafter ringen nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen um eine Brückenfinanzierung und wollen sich in den Verhandlungen über die Zukunft des Medienkonzerns damit zeitlichen Spielraum verschaffen.

Die Film- und Rechtehandelsgesellschaft Kirch-Media brauche kurzfristig rund 230 Millionen Euro, und im Mittelpunkt der Verhandlungen zwischen den Banken und den Gesellschaftern stehe derzeit, wer das finanziere, hieß es am Mittwoch in den Kreisen.

"Es wäre ein großer Rückschlag, wenn wir nicht bis Ostern zumindest mit der Brückenfinanzierung durch sind", sagte ein Bankenvertreter. Allen Beteiligten sei klar, dass Kirch-Media von der Insolvenz bedroht sei. "Das ist aber keine Sache von 24 Stunden", hieß es.

Seit Tagen verhandeln die vier Gläubigerbanken Bayerische Landesbank, Hypo-Vereinsbank, DZ Bank und Commerzbank mit den Kirch-Minderheitsgesellschaftern um den australischen Medienunternehmer Rupert Murdoch und dem italienischen Mediaset-Konzern über die zukünftige Kontrolle bei Kirch-Media. Bisher gilt es als wahrscheinlich, dass die Gesellschafter die Mehrheit an der Filmgesellschaft übernehmen, die Banken aber mit mindestens 25 Prozent bei Kirch Media einsteigen. Firmengründer Leo Kirch ist nach Angaben aus ihm nahestehenden Kreisen bereit, sich aus Kirch Media vollständig zurückzuziehen, fordert dafür aber den Löwenanteil der Verwertungserlöse für die Fußball WM 2006 in Deutschland.

Die Gesellschafter hätten es zunächst abgelehnt, sich wie von den Banken angestrebt mit bis zur Hälfte an der Brückenfinanzierung zu beteiligen, hieß es. Am Dienstagabend seien sie zusammengekommen, um ihre Positionen untereinander zu klären. Vorschläge sollen den Banken am Mittwoch präsentiert werden. "Man spricht und versucht, bis Ostern fertig zu werden", sagte ein Bankenvertreter. Eine Verständigung über die Brückenfinanzierung schaffe einen größeren zeitlichen Spielraum, setze aber voraus, dass auch über die weitere Vorgehensweise in den Grundzügen Einigkeit herrsche.

Nach Angaben aus Branchenkreisen hat Kirch-Media eine in der vergangenen Woche fällige Rate für Filmrechte an das US-Filmstudio Columbia Sony über rund 150 Millionen Euro nicht gezahlt. Die Verhandlungen mit dem Studio über eine Stundung der Zahlung liefen, hieß es.

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