Insolvenz soll verhindert werden
Sanierungsexperte wird neuer Aufsichtsrat bei Brokat

Das angeschlagene Software-Unternehmen Brokat hat den als Sanierungsexperten bekannten Geschäftsmann Dirk Pfeil in seinen Aufsichtsrat berufen. Der 53-Jährige solle Brokat "bei der Neuausrichtung des Unternehmens und der Kostensenkung unterstützen", hieß es in einer Mitteilung am Freitag. Der Kurs der Aktie sank bis zum Abend um 10,33 % auf 2,69 ?.

dpa-afx STUTTGART. Brokat, ein Spezialist für elektronisches Bezahlen im Internet, hatte im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 825 Mill. ? (1,614 Mrd. DM) verbucht und sucht derzeit nach einem Investor. In Branchenkreisen wird der britische Mobilfunkriese Vodafone als möglicher Retter genannt. Experten rechnen damit, dass dem Unternehmen ansonsten noch in diesem Quartal das Geld ausgeht.

Sein Ziel sei es, die Insolvenz zu verhindern und den Kunden des Unternehmens Sicherheit zu vermitteln, sagte Pfeil am Abend der dpa. "Ich will das Management unterstützen mit meiner Erfahrung in extremen Situationen. Dass d ie Situation bei Brokat extrem ist, bestreitet niemand." Pfeil sei von Finanzvorstand Michael Janßen um Hilfe gebeten worden. Konkrete Vorschläge wolle er zunächst noch nicht machen. "Ich kenne noch zu wenige Details."

Pfeil hat in der Vergangenheit als Insolvenzverwalter Betriebe aus den unterschiedlichsten Branchen saniert. Schlagzeilen machte jüngst seine Tätigkeit für den Deutschen Orden. Auch bei der ersten spektakulären Pleite am Neuen Markt, dem Telekom-Anbieter Gigabell, wurde Pfeil als Sanierer eingesetzt. "Leichen pflastern seinen Weg", heißt es daher in einem Bericht des "Tagesspiegels" über den Manager.

Brokat teilte mit, dass drei Aufsichtsräte, darunter der frühere Deutschland-Chef des Computerkonzerns Hewlett-Packard, Jörg Menno Harms, ihre Mandate niedergelegt hätten. Pfeil solle nach dem Willen des Brokat-Vorstandes zum künftigen Vorsitzenden des vierköpfigen Gremiums gewählt werden.

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