Insolvenzen und schwache Zahlen drücken bei geringem Umsatz auf die Kurse
Katerstimmung am Neuen Markt will nicht vergehen

Auch wenn sich die Tagesverluste in Grenzen halten, die Stimmung am Neuen Markt bleibt gedrückt. Sichtbar wird das auch an den extrem niedrigen Handelsumsätzen. Der Nemax gab am Mittwoch 0,6 Prozent auf 1 031 Punkte nach, der Nemax 50 notierte bei 1 066 Zählern 1 Prozent schwächer.

HB FRANKFURT/M. Am Dienstag der Luxemburger Telekomdienstleister Carrier 1, am Mittwoch das Softwareunternehmen Softmatic: Der diesjährige Insolvenzreigen am Neuen Markt ist eröffnet. Auch wenn die beiden Aktien auf die Indexentwicklung kaum noch Einfluss haben, da ihr Gewicht bereits vor den Insolvenzanträgen arg geschrumpft war, sind solche Negativmeldungen nicht gerade dazu angetan, die Laune der Anleger zu heben. Es herrscht weiter Katerstimmung. Daran konnte sogar eine deutlich im Plus gestartete US-Technologiebörse nicht viel ändern. Denn den Investoren in Frankfurt lagen am Aschermittwoch auch die riesigen Verluste bei den einstigen Vorzeigeunternehmen Intershop und Heyde weiter schwer im Magen. So marschierten Intershop gestern mit einem Kursrückgang von gut 9 % weiter in Richtung Penny Stock, Heyde hat diesen Schritt längst hinter sich und notiert nach einem Minus von 4 % jetzt bei 0,48 Euro.

Die beiden Pleitekandidaten Carrier 1, das Papier kostet nach einem Rückgang von 10 % nur noch 0,18 Euro, und Softmatic (- 46 % auf 0,20 Euro) traf es noch härter. Nun soll Hans-Jürgen Beil, der unter anderem bereits als Insolvenzverwalter von Hagenuk fungiert hat, bei Softmatic retten, was zu retten ist.

Dass es so wie bislang nicht weiter geht, hat auch der österreichische Telemetrie-Dienstleister Adcon eingestanden und will nun eine Restrukturierung einleiten. Der Umsatz war 2001 zwar deutlich gestiegen. Dabei hatte sich aber der Verlust vor Zinsen und Steuern auf 5,1 Mill. Euro mehr als verdoppelt. Nun soll der bisherige Aufsichtsratschef Claus Wortmann als Vorstand bei Aufräumen helfen. Die Adcon-Papiere verloren gestern bis zum Abend gut 10 % auf nunmehr 2,65 Euro.

Wie dankbar die Anleger selbst bei bedingt positiven Meldungen sind, zeigte sich bei Elmos : Der Anbieter von Spezialhalbleitern vor allem für die Automobilindustrie musste zwar einen Rückgang des Nachsteuergewinns im vergangenen Jahr von fast 30 % auf 11,6 Mill. Euro einräumen. Doch der Rückgang fiel bei konstantem Umsatz deutlich geringer aus als von dem Unternehmen und anscheinend auch vom Markt erwartet. Der Kurs legte um 7,6 % auf 12,90 Euro zu. Damit bestätigte sich der Trend der vergangenen Tage, der Kursrückgang scheint vorerst gestoppt.

Bewegung kam am Mittwoch auch in das Papier des Informationsdienstleisters Hunzinger, nachdem die Frankfurter Verhandlungen über einen Kauf der Agentur ddp mit der Kirch-Gruppe bestätigt hatten, ohne jedoch auf Details einzugehen. Aus München hieß es allerdings, dass lediglich Gespräche über eine Beteiligung geführt würden. Dennoch legte die Hunzinger-Aktie 9,6 % auf 11,60 Euro zu.

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