Insolvenzverwalter
So soll Kirch saniert werden

Die Pleite von KirchMedia soll nach dem Willen von Gläubigerbanken und neuer Geschäftsführung ein Neuanfang und kein Endpunkt sein. Wesentliche Teile des Unternehmens mitsamt der Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, wie Banken und einer der beiden neuen Geschäftsführer, der Anwalt Wolfgang van Betteray, am Montag in München nach dem Insolvenzantrag der KirchMedia erklärten.

wiwo/AP/dpa MÜNCHEN. Für die Gläubigerbanken sagte Wolfgang Hartmann von der Commerzbank, die Banken seien bereit, notwendige Massekredite bereitzustellen und durch schnelle Geldzufuhr Schäden für das Unternehmen zu vermeiden. Sie seien auch bereit, als Eigenkapitalgeber aufzutreten.

Die vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé und van Betteray betonten, es solle allen Zerschlagungstendenzen entgegengewirkt werden. Van Betteray sagte durch den Insolvenzantrag seien erhebliche Belastungen beseitigt, die den Fortbestand des Unternehmens gefährdet hätten. Ziel sei nun, Kosten in dreistelliger Millionenhöhe einzusparen durch Kostensenkungen bei KirchMedia und den Tochtergesellschaften. Dazu sollten die Programminvestitionen reduziert und Verträge nachverhandelt werden.

"Die KirchMedia hat sich bei den großen amerikanischen Filmstudios auf überteuerte Einkaufsverträge eingelassen", sagte Betteray. Nach seinen Angaben schuldet Kirch den großen US-Filmstudios rund 500 Millionen Euro. Dennoch solle erreicht werden, dass die Studios weiter liefern.

Notwendig sei es außerdem, sich von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Teilen zu trennen. Hier kämen in- und ausländische Investoren in Betracht. Die Übertragungen der Bundesliga-Spiele und der Fußball-WM seien nicht gefährdet.

Die neue Geschäftsführung der KirchMedia strebt keinen Bruch mit Leo Kirch und seinem Vize Dieter Hahn an. "Ich kann mir gut vorstellen, dass Herr Hahn uns auf unsere Bitte hin weiter zur Verfügung steht", sagte van Betteray. Auch Leo Kirch könne viel Erfahrung vorweisen. Es sei aber offen, ob die beiden auch operativ tätig würden.

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