Insolvenzverwalter von Flowtex sieht Mitschuld bei dem Bundesland
Finanzministerium hält Flowtex-Klage für unbegründet

Das baden-württembergische Finanzministerium hält die Staatshaftungsklage der Gläubiger des Betrugs-Unternehmens Flowtex für unbegründet. Die vom Land beauftragte Anwaltskanzlei Gleiss Lutz erkenne keine staatliche Haftungsverpflichtung im Fall Flowtex, teilte das Ministerium am Dienstag in Stuttgart mit.

Reuters STUTTGART. Der Bericht von Flowtex-Insolvenzverwalter Eberhard Braun weise nach Ansicht der Rechtsanwälte "erhebliche Lücken auf, die teilweise durch reine Spekulationen gefüllt" worden seien. Braun hatte zuvor die Klage beim Landgericht Karlsruhe eingereicht. Seine Kanzlei hatte die Summe der Ansprüche der rund 80 klagebereiten Gläubiger auf 900 Mill., Euro beziffert.

Bis zu einer Klageerwiderung könnten aber Monate vergehen, teilte das Ministerium weiter mit. Der Insolvenzverwalter sieht unter Berufung auf vier Gutachten eine Mitschuld des Landes an dem Milliardenschaden, den Flowtex-Gründer Manfred Schmider mit einem "Schneeballsystem" von Tiefbohrsystemen angerichtet hatte, ehe der Betrug Anfang 2000 aufflog. Ein Betriebsprüfer habe das System bereits 1996 durchschaut, sein Wissen aber verschleiert und nicht an die Justiz weiter gegeben.

An der Staatshaftungsklage haben sich unter anderem auch die teilweise in Landesbesitz befindlichen Kreditinstitute BW-Bank und Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Das Finanzministerium äußerte Verständnis für diesen Schritt. Beide Banken müssten die Interessen aller Anteilseigner verfolgen.

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