Inspektionen fortgesetzt
Luftangriff auf Ziel im Irak

Kampfflugzeuge der amerikanisch-britischen Allianz haben am Sonntag nach US-Angaben in der südlichen Flugverbotszone in Irak Luftabwehrstellungen angegriffen.

Reuters BAGDAD. Die Flugzeuge hätten auf irakisches Artilleriefeuer reagiert, teilte das für die US-Militäreinsätze im Nahen Osten zuständige Central Command in Tampa im US-Bundesstaat Florida mit. Anwohnern zufolge griffen die Flugzeuge Gebäude der Ölfirma Southern Oil Company (SOC) in Basra an. Vier Menschen seien getötet worden. Einem Sprecher des irakischen Militärs zufolge wurden 27 Menschen verletzt. Im britischen Verteidigungsministerium hieß es, von dem Vorfall sei nichts bekannt. Zugleich setzten die Inspektoren der Vereinten Nationen (UNO) ihre Suche nach Massenvernichtungswaffen in Irak fort.

In einer Erklärung des US-Central Command hieß es, die Flugzeuge der Allianz hätten in der Nähe von Basra irakische Luftabwehrstellungen angegriffen. Zuvor hätten irakische Truppen Luftabwehrartillerie gegen die Flugzeuge der Allianz in der nördlichen Flugverbotszone eingesetzt. Man bemühe sich gewissenhaft darum, weder Zivilisten zu verletzten noch zivile Einrichtungen zu beschädigen, hieß es weiter.

Nach Angaben von SOC-Mitarbeitern zielten die Luftangriffe auf die Verwaltungsgebäude ihrer Firma. "Das Gebäude der Southern Oil Company wurde getroffen und einige Angestellte getötet", sagte einer von ihnen Reuters am Telefon. Ölanlagen seien nicht getroffen worden.

Die Firma SOC ist mit dem Ölexport im Rahmen des UNO-Programms Öl-für-Lebensmittel beauftragt. Das Programm soll die Auswirkungen der UNO-Sanktionen auf die Bevölkerung nach dem Golfkrieg von 1991 mindern. Die Flugverbotszonen im Norden und Süden Iraks waren nach dem Golfkrieg von den USA und Großbritannien eingerichtet worden, um Bevölkerungsminderheiten vor Verfolgung durch die irakische Führung zu schützen. Kampfflugzeuge der Alliierten patrouillieren regelmäßig in den Zonen, die Irak nicht anerkennt.

Die Inspektoren der UNO und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) untersuchten am vierten Tag der Kontrollen einen Stützpunkt für Kleinflugzeuge, der rund 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad liegt. Die Flugzeuge dort werden nach irakischen Angaben zur Versprühung von Pestiziden in der Landwirtschaft eingesetzt.

Ein zweites Inspektoren-Team untersuchte zwei militärische Industrieanlagen ebenfalls nordöstlich Bagdads. Eine der beiden Anlagen stellt nach Angaben ihres Chefs Ibrahim Hussein Ersatzteile für Kampfjets und Hubschrauber her. Mit Massenvernichtungswaffen habe die Anlage nichts zu tun, sagte Hussein. Seine Mitarbeiter hätten uneingeschränkt mit den Inspektoren zusammengearbeitet. Die USA haben erklärt, notfalls mit militärischer Gewalt Iraks Verzicht auf chemische, biologische und atomare Waffen durchzusetzen.

In Wien bestätigte der Chef der IAEO, Mohamed El Baradei, dass die Arbeit der Inspektoren bislang nicht behindert worden sei. In einem Interview des britischen Senders BBC sagte er: "Wir haben gut angefangen, aber wir sind noch weit von einem Abschluss entfernt." Der Chef der UNO-Waffeninspektoren Hans Blix sagte der spanischen Zeitung "El Pais" in New York: "Es gab keine Hindernisse. Das ist angenehm." Dennoch dürften noch keine Schlüsse gezogen werden. Die Tatsache, dass die überprüften Anlagen leer gewesen seien, bedeute nicht, dass in anderen Einrichtungen kein Material versteckt sei.

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