Institute erwarten moderate Erholung im kommenden Jahr
Investmentbanken glauben an Deutschland

"Wer als Investmentbank in Deutschland nicht vertreten ist, für den stellt sich die Existenzfrage". Die Aussage von Hartmuth Jung, Vorstandssprecher von UBS Warburg, zeigt, welche Bedeutung internationale Banken dem deutschen Markt beimessen. Viele seiner Kollegen sehen das ähnlich, mittlerweile hat sich Deutschland zu einem der am härtesten umkämpften Standorte im Investmentbanking entwickelt.

FRANKFURT/M. Als drittgrößte Volkswirtschaft sei Deutschland einer der international attraktivsten Wachstumsmärkte, begründet Jung seine optimistische Einschätzung. Das gelte vor allem für das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A), aber auch für den Bereich Aktien und Börsengänge.

Langsam wandle sich die Bundesrepublik von einer banken- in eine kapitalmarktgetriebene Wirtschaft, meint Hans Jörg Schüttler, Managing Director bei Morgan Stanley. Die Entwicklung spiele den Investmentbanken in die Hände. Zur Verdeutlichung: Das Investmenthaus Goldman Sachs erwartet, dass sich das Verhältnis von Marktkapitalisierung am Aktienmarkt zum Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland bis zum Jahr 2010 verdoppeln wird. Der Wert der Aktien würde damit auf 130 % des BIP steigen und ein Niveau ähnlich wie in den USA erreichen.

Allerdings verlief das zurückliegende Jahr auch in Deutschland für Investmentbanken ernüchternd. Laut Merrill Lynch sank das Platzierungsvolumen im Aktiengeschäft bis Ende November im Vergleich zum Vorjahr von 50 Mrd. $ auf 7 Mrd. $. Im M&A-Geschäft fiel der Einbruch weniger drastisch aus. Der Wert angekündigter Transaktionen mit deutscher Beteiligung sank von 175 Mrd. $ auf 119 Mrd. $. Für eine gewisse Entlastung sorgte allein das florierende Anleihegeschäft.

Für 2002 rechnet die Mehrzahl der Banker allenfalls mit einer moderaten Erholung. "Verhaltener Optimismus" lautet die Einschätzung, die am häufigsten in der Branche zu hören ist.

Mehr dazu lesen Sie im Handelsblatt vom 27.12.2001, SEITE 19

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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