Institute haben nicht nur in Deutschland Sorgen
Lebensversicherer verlieren die Lizenz zum Gelddrucken

Egal ob in Deutschland oder im europäischen Ausland, egal ob in der Kranken, Sach- oder Lebensparte - die Versicherungswirtschaft blickt auf ein spannendes Jahr zurück. Dabei profitierten die Unternehmen allesamt von einer stabileren Entwicklung der Kapitalmärkte.

HB DÜSSELDORF. In Deutschland indes konnte sich die Branche nicht ausruhen, sie musste sich vor allem mit politischen Ideen zur Reform der sozialen Sicherungssysteme auseinander setzen.

Erholen, wenn überhaupt, konnten sich die Lebensversicherer, die in den Vorjahren schwer von der Börsenkrise gebeutelt worden waren. Blessuren erlitten in Europa vor allem der deutsche und britische Lebensversicherungsmarkt. Hier waren die Gesellschaften stärker in Aktien investiert als Konkurrenten in Ländern wie Spanien oder Frankreich. Mittlerweile befinden sich Europas Lebensversicherungsmärkte aber in einer nachhaltigen Erholungsphase. Mit den Aktien beschäftigten sich die Unternehmen in diesem Jahr weniger, stattdessen blickten sie mit wachen Augen auf die Zinsentwicklung. Hier hatten fast alle Anbieter vergeblich auf einen Zinsanstieg gehofft.

Den Lebensversicherern in Deutschland wird das Jahr 2004 aber aus einem anderen Grund in schlechter Erinnerung bleiben, nämlich als das Jahr, in dem sie vergeblich für die Beibehaltung des mehr als hundert Jahre alten Steuerprivilegs für ihre Lebensversicherungen kämpften. Die Politik blieb diesmal hart. Die Verbraucherschützer konnten jubeln. Nun verliert die Branche Anfang des kommenden Jahres ihre Lizenz zum Gelddrucken.

Probleme hatten Lebensversicherer aber nicht nur in Deutschland. Dies zeigt ein Blick über die Grenzen. So geriet in Großbritannien das Traditionsunternehmen Equitable Life wegen hoher Zinsgarantien in eine Schieflage. Die britische Aufsichtsbehörde war alarmiert. Sie verordnete den Gesellschaften strengere Auflagen für die Reservebildung. Mittlerweile fürchten viele englische Unternehmen eine zu rigide Aufsicht.

In der Schweiz kämpften die Lebensversicherer mit den rigiden Auflagen für die betriebliche Altersvorsorge. Dies gilt auch als ein Grund dafür, weshalb die CS-Group lange keinen Käufer für ihre Versicherungstochter Winterthur finden konnte. Angeblich wollte der französische Versicherungskonzern Axa die Winterthur-Gruppe nur ohne das Schweiz-Geschäft kaufen.

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