Institute sollen Marktmacht bei Börsengängen missbraucht haben
Milliardenschwere Klage gegen US-Investmentbanken

Anleger haben Merrill Lynch, Goldman Sachs und 41 andere Investmentbanken in den USA verklagt, weil sie ihre Marktmacht bei Börsengängen ausgenutzt haben sollen. Nach Angaben von Anwälten müssen die Banken mit Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe rechnen.

Bloomberg NEW YORK. Die Klagen, die sich auch auf Morgan Stanley Dean Witter sowie Credit Suisse First Boston erstrecken, beziehen sich auf 310 Börsengänge von Internet- und Softwarefirmen in den Jahren 1998 bis 2000. Auch die betreffenden Unternehmen werden verklagt. Der zentrale Klagepunkt ist, dass die Investoren im Sekundärhandel unmittelbar nach der Börseneinführung noch mehr Aktien kaufen mussten, um überhaupt neue Aktien zugeteilt zu bekommen. Dadurch soll der Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben worden sein.

In der Klageschrift heißt es: "Um beim Agilent-Börsengang unter der Federführung von Merrill Lynch überhaupt Aktien zugeteilt zu bekommen, musste ein Kunde mehr als viermal so viele Aktien im Sekundärhandel zukaufen wie ihm zugeteilt wurden." Inzwischen sind die Aktien vieler Firmen deutlich unter den Ausgabekurs gefallen.

Der Klage zufolge verlangte Morgan Stanley von einem Investor, der bei dem IPO von Avenue A Aktien zugeteilt bekam, "Tausende" weiterer Aktien im Sekundärhandel zu kaufen. Ein Goldman-Sachs-Kunde musste "zweimal so viele Aktien", wie er beim Börsengang von Bookham Technology erhielt, an der Börse zusätzlich kaufen.

Die Banken "konnten sich durch den spektakulären Anstieg des Marktwertes am ersten Handelstag zusätzliche und äußerst lukrative Aufträge im Investmentbanking-Bereich sichern", werfen ihnen die Klagen vor. Gleichzeitig konnten die Börsenneulinge durch die sprunghaft steigenden Aktienkurse einen "beispiellosen Reichtum" anhäufen.

In der neuen Klage werden auch die Anschuldigungen, die Konsortialführer hätten sich von Investoren für Aktienzuteilungen bezahlen lassen, konkretisiert. Von einigen Investoren kassierten die Banken "deutlich mehr als" 100 Mill. Dollar an Gebühren für andere Geschäfte, bevor sie ihnen die gewünschten Aktien zuteilten.

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