Institutionelle Anleger trennen sich
Massive Verkäufe drücken Senator-Kurs

Die Aktien des Berliner Filmproduzenten und Rechtehändlers Senator Entertainment AG haben nach der Prognosekorrektur des Unternehmens vom Freitag auch zu Wochenbeginn ihre Talfahrt fortgesetzt.

Reuters FRANKFURT. Die im Auswahlindex Nemax50 des Neuen Marktes notierten Titel fielen am Montagvormittag bei sehr hohen Umsätzen zeitweise über 23 Prozent auf 2,51 Euro, nachdem die Titel am Freitag in der Spitze bereits über 17 Prozent an Wert verloren hatten. Händler führten den Kursrutsch neben dem pessimistischen Ausblick für das vierte Quartal vom Freitag auf die allgemein schlechte Stimmung bei den Medienwerten zurück.

"Neben zahlreichen Privatanlegern verabschieden sich auch einige Fonds aus dem Titel," sagte ein Händler. Auch Michael Fraikin, Fondsmanager bei Invesco, geht davon aus, dass sich einige Kollegen von dem Wert trennten. Invesco selbst habe Senator nicht im Portfolio.

Senator hatte am Freitag wegen der Verschiebung von wichtigen Vertragsabschlüssen seine Prognosen für das Gesamtjahr deutlich gesenkt. Für 2001 werde nunmehr mit einem Umsatz von 125 bis 135 Mill. Euro anstatt 197 Mill. Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2 bis 5 Mill. Euro statt 40 Mill. Euro gerechnet. Vor Steuern erwarte die Firma sogar einen Verlust von 8 bis 5  Mill. Euro. Senator begründete die Prognosekorrektur mit der Verschiebung wichtiger Vertragsabschlüsse sowie schlechter als erwartet verlaufener Filme wie "American Sweethearts" mit Filmstar Julia Roberts.

Neben Senator sorgten in den vergangenen Tagen bereits mehrere Medienfirmen wie Cinemedia oder Advanced Medien , die ebenfalls ihre Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt hatten, für Enttäuschung bei den Anlegern. Die in finanziellen Schwierigkeiten befindliche Kinowelt muss sich nach Angaben vom Freitag sogar dem Insolvenzrichter stellen. Auch EM.TV steckt tief in den roten Zahlen.

Fraikin sieht zur Zeit wenig Anlass, in Medienwerte zu investieren. Nachdem viele Titel der Medienbranche in den vergangenen zwei Jahren per saldo nicht gut gelaufen seien, "ist man derzeit nicht bereit, Medientitel Vorschusslobeeren zu genehmigen", sagte der Fondsmanager. Erst müssten die fundamentalen Daten stimmen, bevor diese Werte wieder an Attraktivität gewönnen.

Die Senator-Aktie lag kurz vor Mittag rund 20 Prozent im Minus bei 2,63 Euro und führte mit mehr als 600 000 auf xetra umgesetzten Aktien die Liste der meistgehandelten Werte auf dem System an.

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