Institutionelle Investoren greifen zu
Familie Schwarz verkauft zwei Millionen Pharma-Aktien

Die Eigentümerfamilie des Monheimer Arzneimittelherstellers Schwarz Pharma hat über die Deutsche Bank zwei Millionen Aktien des Unternehmens zu 29 Euro je Aktie verkauft.

Reuters MONHEIM. Der Anteil der Familie Schwarz an dem im MDax notierten Unternehmen reduziere sich damit auf 68 Prozent von zuvor 73 Prozent, sagte eine Schwarz Pharma-Sprecherin am Dienstag. Käufer seien institutionelle Investoren. "Es ist breit gestreut worden unter institutionellen Investoren." Das Angebot sei mehrfach überzeichnet gewesen. Analysten begrüßten den erhöhten Anteil des Streubesitzes. Nach dem Höhenflug in den vergangenen Wochen stieg der Kurs der Aktie am Dienstag erneut um rund neun Prozent auf 32,15 Euro.

Nach Angaben von Fonds-Managern kam der Verkauf von Aktien aus der Gründerfamilie im Gesamtwert von 58 Millionen Euro nicht überraschend. Bereits vor der Bundestagswahl habe es Signale aus der Familie gegeben, dass sie möglicherweise ihren Anteil verringern werde, hieß es. Hintergrund sei das Risiko von Steuererhöhungen gewesen.

Gewinne aus Verkäufen von Aktien sollen nach den am Montag vorgelegten Plänen der rot-grünen Bundesregierung künftig pauschal mit 15 Prozent besteuert werden. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums wird die Steuer durch das so genannte Halbeinkünfteverfahren jedoch nur 7,5 Prozent auf den gesamten Gewinn betragen. Für Aktienbesitz, der vor In-Kraft-Treten der neuen Regelung erworben wurde, wird Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) zufolge eine Steuer von 1,5 Prozent auf den Verkaufserlös erhoben werden.

Seit dem Sieg im Patentstreit mit der britischen AstraZeneca um das Nachahmerprodukt Omeprazol Mitte Oktober hat sich der Kurs der Schwarz Pharma-Aktie nahezu verdreifacht. Schwarz Pharma will das Magen-Darm-Medikament früheren Angaben zufolge in der ersten Dezemberhälfte in den USA auf den Markt bringen und hatte deshalb seine Gewinn- und Umsatzprognose für 2002 erhöht.

Omeprazol werde in diesem Jahr voraussichtlich einen zusätzlichen Umsatz von über 100 Millionen Dollar und einen Ergebnisbeitrag vor Steuern von gut 40 Millionen Dollar bringen, hatte Schwarz Pharma-Vorstand Klaus Veitinger angekündigt. Im nächsten Jahr sei ein zusätzlicher Umsatz durch Omeprazol von 760 Millionen Dollar und ein Ergebnisbeitrag auf Vorsteuerebene von rund 380 Millionen Dollar möglich.

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