Integra-Aktie vom Handel ausgesetzt
US-Internetfirma Genuity will Integra kaufen

Die US-Internetfirma Genuity will die am Frankfurter Neuen Markt gelistete französische für 125 Mill. Euro übernehmen.

Reuters PARIS. Genuity werde ein öffentliches Angebot für die ausstehenden 45 Millionen Integra-Aktien unterbreiten, teilte Integra am Freitag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Integra-Aktionäre erhielten für vier ihrer Papiere drei Genuity-Aktien. Integra solle künftig in die europäischen Geschäfte von Genuity eingebunden werden und als "Genuity Europe" firmieren. Die Integra-Aktie wurde nach der Mitteilung vom Handel ausgesetzt. Zudem gab der Softwareentwickler für den elektronischen Handel Zahlen für das erste Quartal 2001 bekannt. Demnach erhöhte sich der Umsatz von Integra auf 13 (Vorjahresquartal: 5,1) Millionen Euro und der Nettoverlust auf 16,2 (minus 7,5) Millionen Euro.

Die beiden Gesellschaften erwirtschaften den Angaben zufolge auf pro-forma-Basis im laufenden Jahr einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Nach der Fusion werde Genuity in 19 Ländern vertreten sein und mehr als 5.400 Mitarbeiter beschäftigen. Das Angebot an die Integra-Aktionäre solle voraussichtlich am 11. Juni unterbreitet werden. Die Fusion von Integra und Genuity sei eine außergewöhnliche Chance, die eigenen Internetdienste zu stärken und auszubauen, erklärte Integra. Genuity beschleunige mit der Übernahme ihr organisches Wachstum und ihre europäische Expansion, teilte der Vorstandschef des US-Unternehmens, Paul Gudonis, mit.

Integra unternimmt derweil nach eigenen Angaben weitere Schritte, um profitabel zu werden. Im Quartalsvergleich sei der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 12,59 (minus 5,24) gestiegen, teilte Integra weiter mit. Der Cash-Flow-Verlust aus dem operativen Geschäft erhöhte sich im ersten Quartal 2001 den Angaben zufolge auf 17,7 (minus 11,2) Millionen Euro. Die liquiden Mittel zum Ende des Quartals bezifferte Integra mit 42 (103) Millionen Euro. Gegenüber dem vierten Quartal seien die Kosten für Verkauf und Marketing sowie Verwaltung bereits eingedämmt worden. Zudem werde mit einer wieder anziehenden Nachfrage im laufenden Jahr gerechnet.

Der E-Commerce- und Internetsystem-Anbieter Integra hatte im Geschäftsjahr 2000 bei gestiegenem Umsatz seinen Nettoverlust stark ausgeweitet. Der Umsatz erhöhte sich nach Angaben vom März auf 51,32 Millionen Euro von 8,37 Millionen Euro im Vorjahr, der Nettoverlust nach Firmenwertabschreibungen stieg auf 349,1 Millionen Euro nach 8,1 Millionen Euro.

Nach Auskunft der Deutschen Börse wird die Integra Aktie an den Börsen in Frankfurt und Paris bis einschließlich 4. Juni vom Handel ausgesetzt. Das Papier war erstmals am 2. Juni 1999 am Frankfurter Wachstumssegment gehandelt worden. Der erste Preis wurde mit 110 Euro nach einem Emissionspreis von 92 Euro festgestellt. Zuletzt notierten die Aktien mit 2,47 Euro am Neuen Markt.

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