Integration der Internet-Tochter Skynet und anschließender Börsengang
Belgacom übernimmt französischen Internetanbieter Infosources

Die Übernahme soll dem Telekommunikationskonzern dabei helfen, in Belgien und Frankreich beim Internetzugang zuzulegen.

sen/pos BRÜSSEL. Die Belgacom S.A., Brüssel, übernimmt den börsennotierten französischen Internetanbieter Infosources und bringt seine Internet-Tochter Skynet in das Unternehmen ein. Skynet, größter Anbieter in Belgien, wäre damit das erste Unternehmen des Belgacom-Verbundes, das an der Börse notiert wird. 1999 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,6 Mrd. Euro.

Vorstandschef John J. Goossens räumte auf der gestrigen Pressekonferenz zwar ein, dass Skynet "noch nicht gewinnträchtig" sei. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das am Neuen Markt in Paris (und zukünftig beim Börsenverbund Euronext) notierte neue Gemeinschaftsunternehmen gute Aussichten auf Gewinne habe, wenn im Herbst 12,5 % der Aktien öffentlich angeboten würden. Vor allem der zum Vorjahresquartal um 41 % gestiegene Umsatz von Skynet deute darauf hin. Goossens sprach von einer aggressiven Strategie der "neuen Infosources" in Belgien, Frankreich und dem Rest Europas. Auf Pro Forma-Basis hätte das Unternehmen für das 1. Quartal einen Gewinn von 12,5 Mill. Euro ausgewiesen, heißt es.

Nach Belgacom-Angaben vereinigt die neue Gesellschaft nahezu eine Million Nutzer bei einem Umsatz von 36 Mill.Euro mit 350 Beschäftigten. Goossens rechnet in den bislang nur schwach an das Internet angebundenen Ländern Frankreich und Belgien mit einem Plus bei der Nutzungsrate der Haushalte von 11 % auf 24 % in Frankreich und 12 % auf 26 % in Belgien.

Weitere Expansion geplant

Ziel des Börsengangs soll die Kapitalbeschaffung für weitere Expansionsvorhaben sein. Goossens räumte jedoch ein, dass in Frankreich äußerst kompliziert vorgegangen werden musste, um die jetzige Formierung zu erreichen. Letztlich werden Skynet 67,5 %, Infosources-Anteilseigner 25 % und der Belgacom-Ableger Win 7,5 % des neuen Unternehmens halten.

Ausgegliedert wird der Multimedia-Bereich von Infosources, Ixo, der nicht in die neue Gesellschaft übernommen und getrennt an die Börse gebracht werden soll. Infosourses bleibe also auch weiterhin am Pariser Nouveau Marche notiert. Für Belgacom wird die Bank Credit Suisse und für Infosources die Bank Lazard die Börsentransaktion leiten.
Mit Goossens Ankündigung kommt jetzt mehr Licht in die Expansionspläne des Belgacom-Konzerns und seiner europäischen Partnergesellschaften. Der Deal verbreitert die Reichweite spürbar. Der Konzern verfügt nun neben den belgischen und französischen Internet-Kunden über 2,5 Mill. belgische Mobiltelefonnutzer ("Proximus"), 375 000 niederländische Mobil-Kunden ("Ben"), 400 000 Internet-Kunden und zusätzlich 1,34 Mill. Mobilteilnehmer in Dänemark sowie einigen Hunderttausend Mobil- und Internet-Klienten in der Schweiz und Deutschland.

Zu den Anteilseignern zählen neben Belgacom und Infosources die belgischen Finanz-Gruppen KBC, Dexia, Sofina sowie Singapore Telecom, Tele Danmark und die US-Gruppe SBC, die gemeinsam 50 % der Belgacom-Anteile (minus einer Aktie) über die Holding ADSB-Telekom halten.
Nach ersten Gerüchten wurde der Handel mit Infosources-Titeln bereits am Dienstag ausgesetzt, nachdem der Kurs um 7,5 % hoch geschnellt war. Die Marktkapitalisierung des französischen Unternehmens betrug zu diesem Zeitpunkt rund 523 Mill. Euro.

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