Integration des Konzerns soll voran gebracht werden
Hohe Aktien-Nachfrage bei US-Investoren

Die Aktien der Deutschen Post sind nach Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel vor allem bei amerikanischen Großinvestoren auf eine hohe Nachfrage gestoßen.

Reuters FRANKFURT. "Von 100 Investoren, die wir angesprochen haben, haben 90 gezeichnet", sagte Zumwinkel am Sonntag in Frankfurt. Von einer Skepsis gegenüber den Aktien des ehemaligen Staatskonzerns sei in den USA nichts zu spüren gewesen. Zumwinkel hatte bis Ende dieser Woche in Amerika bei professionellen Anlegern für die "Aktie Gelb" geworben. Die Post hatte am Samstag mitgeteilt, dass ihre 278 Mill. für den Börsengang vorgesehenen Papier achtfach überzeichnet worden seien. Zum Ausgabepreis von 21 Euro sollen die Post-Aktien am Montag in den Börsenhandel gehen.

Zumwinkel zeigte sich sehr zufrieden über die Nachfrage nach der "Aktie Gelb". Der Ausgabekurs sei bewusst nicht am oberen Ende der Preisspanne von 18 bis 23 Euro gewählt worden, damit das Papier Kurspotenzial habe. "Wir müssen auch an den Tag danach denken", sagte der Vorstandsvorsitzende des Bonner Konzerns. Die über den Erwartungen liegende Überzeichnung erkläre er sich damit, dass viele Investoren in der Post-Aktie eine "solide Equity-Story" erkannt hätten. Zwar habe es bei einigen Anlegern auch Bedenken gegeben, die Aktie eines früheren Staatskonzerns zu kaufen. Vor allem in den USA hätten sich die Investoren jedoch auf die Unternehmens-Zahlen ausgerichtet, und die stimmten.

Überrascht habe ihn eine sehr hohe Nachfrage japanischer Kleinanleger, sagte Zumwinkel weiter. Auf ein hohes Interesse der Bundesbürger habe sich die Post eingestellt. 66 % der privaten Nachfrage nach den Post-Aktien stammen nach Konzern-Angaben aus Deutschland. Die "Aktie Gelb" war drei Wochen lang zu einem Preis von 18 bis 23 Euro zum Zeichnen angeboten worden. Kleinaktionäre, die innerhalb der ersten zwei Wochen der Zeichnungsfrist ihre Orders abgegeben haben, erhalten einen Preisnachlass von 50 Cents pro Aktie sowie eine Gratis-Aktie je 15 bestellte Papiere. Kleinaktionäre sollen eine Mindestzuteilung von 50 Aktien zuzüglich 35 % ihres darüber hinaus gehenden Ordervolumens erhalten. Postbank-Kunden mit einem Depot bei der Direktbank-Tochter Easy-Trade erhalten den Angaben zufolge eine Mindestzuteilung von 100 Aktien.

Mit Blick auf die weitere unternehmerische Strategie sagte der Post-Chef, er wolle nun die Integration des Konzerns weiter voran bringen. Die Post hatte in den vergangenen Monaten in vielen Bereichen kräftig dazu gekauft. Zumwinkel schloss aber auch weitere Akquisitionen nicht aus. "Dort, wo sich gute, attraktive Gelegenheiten bieten, werden wir zuschlagen." Schließlich sei die Post "de facto schuldenfrei". Er könne sich unter anderem vorstellen, den gut 50-prozentigen Post-Anteil am Expressdienst DHL weiter aufzustocken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%