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Integration funktioniert ohne Zwang

Migranten gliedern sich ein, wenn auch die Mehrheitsgesellschaft zur Veränderung bereit ist

Wie gehen Industriestaaten mit Multikulturalität und der Integration von Einwanderern um? Sogar in den Vereinigten Staaten, die sich seit je als Einwanderungsland begreifen, sind bestimmte Schichten alarmiert über die jüngste Einwanderungswelle. Sie fürchten, das Land verliere seine Identität: Ein massiver Zustrom spanischsprachiger Immigranten stelle die sprachliche und kulturelle Einheit Amerikas in Frage. In vieler Hinsicht seien die USA zu Beginn des neuen Jahrhunderts keine Nation mehr, schreibt Samuel P. Huntington in "Who are we". Seine Empfehlung: Die USA müssten eine angloprotestantische "Leitkultur" wiederbeleben, die religiöse Minderheiten einschließe, das christliche, europäische Erbe aber als zentrales Element der Identität pflege.

Viel offener geht Nicolas Sarkozy, soeben in Frankreich zum Chef der konservativen UMP gewählter Politiker und früherer Finanz- sowie Innenminister, mit dem Thema um. Während auch in Deutschland eher die Angst vor angeblich integrationsunwilligen Minderheiten vorherrscht, geht Sarkozy offensiv vor. In den französischen Muslimen erkennt er ein stabilisierendes Potenzial. Der Islam könne eine wichtige Rolle spielen, indem er den Jugendlichen in den Vorstädten Orientierung und Hoffnung gebe: "Alles, was verstehen hilft, dass es für Anstrengungen auch Anerkennung gibt, dass es persönlich bereichert, Aufgaben und Pflichten zu erfüllen, hilft unserer Gesellschaft", schreibt Sarkozy.

Aus Deutschland gibt es kein aktuelles Buch, das sich so politisch wie Sarkozy oder mit dem historischen Anspruch eines Huntingtons mit der Thematik befasst. Aber es gibt eine interessante sozialwissenschaftliche Neuerscheinung. In "Zuwanderung und Integration" untersucht Rosemarie Sackmann, ob und inwieweit kulturelle Unterschiede die Integration von Zuwanderern behindern, wie sich Integrationskonzepte verändert haben und ob problemlose Eingliederung letztlich Assimilation voraussetzt.

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