„Integration“, „Konsolidierung“ und „Standardisierung“ sind die Trends in der IT für Unternehmen
Die Kunden interessiert die Technik wenig

Der Glaubenskrieg um die beste IT-Technologie rückt bei den Unternehmenskunden in den Hintergrund. Sie wollen die Zahl unterschiedlicher Systeme möglichst reduzieren. Hardware und Software sollen flexibel kombinierbar sein. In immer mehr IT-Bereichen kommen deshalb Standardprodukte zum Einsatz.

FRANKFURT. Vor mehr als zehn Jahren haben die europäischen Flugzeugkonstrukteure bei Airbus ein Standardcockpit entwickelt. Im Gegensatz zu Boeing, wo ein Pilot auf jedem neuen Flugzeugtyp geschult werden muss, sind die Arbeitsplätze der Piloten in den verschieden Airbus-Modellen weitgehend identisch. Das Ergebnis sind weniger Kosten für Wartung und Pilotentraining.

Einen ganz ähnlichen Weg wird nach Ansicht von Experten die in Unternehmen eingesetzte Computertechnik gehen. Immer mehr halten standardisierte Produkte Einzug in Büros, Abteilungen und selbst in die Rechenzentren der Unternehmen.

Denn im Unterschied zum PC, bei dessen explosionsartiger Verbreitung in den achtziger und neunziger Jahren Standards geschaffen wurden, gibt es in der Unternehmens-IT noch heute Bereiche in denen isolierte Systeme zum Einsatz kommen, schlimmstenfalls mit Hardware, die nur mit Hilfe spezieller Software betrieben werden kann.

Bei der Entwicklung von Mikroprozessoren sind inzwischen die großen IT-Anbieter wie IBM und Hewlett Packard - (HP) auf auf den Einsatz von Standardbauteilen bei der Entwicklung von Netzrechnern (Server) eingeschwenkt. So wird HP die Produktion seiner Server komplett auf Standardprozessoren aus dem Hause Intel umstellen "Die gemeinsame Entwicklung der Itanium- Pozessor-Familie durch HP und Intel ist die Basis für HPs Prozessor-Strategie", sagt Rainer Kaczmarczyk, der als Geschäftsführer bei HP-Deutschland für das deutsche Unternehmensgeschäft verantwortlich zeichnet. Auch der Großrechner "Superdome" wird ab Mitte 2003 mit Itanium Standardprozessoren verfügbar sein. "Bis 2005 basieren dann alle Serverlinien von HP auf der Itanium-Familie", beschreibt Kaczmarczyk den Zeitplan für den Abschied von HP aus der eigenständigen Prozessorenentwicklung.

IBM hatte in der Vergangenheit zum Beispiel für jede Serverbaureihe eine eigene Produktentwicklung betrieben. Heute setzt Big Blue bei PC-Servern Intel-Prozessoren ein. In den leistungsstärkeren Servern der Baureihen P-Series und I-Series arbeiten identische Prozessoren.

Auch im Speicherbereich ist das Ziel, Hardware verschiedener Hersteller per Software zu verbinden. Auf Basis dieser Systeme können virtuelle Speicherkapazitäten entstehen die flexibel vergrößert oder verkleinert werden können. Zudem muss auch Speicherplatz immer billiger produziert werden. Kostete ein Gigabyte Speicherkapazität Ende 2000 noch etwa 10 $, rechnet Marktführer EMC damit, dass man 2005 voraussichtlich nur noch einen Dollar pro Gigabyte bezahlen wird. Auch bei Software greifen die Unternehmenskunden zunehmend zu Standardprogrammen beispielsweise von SAP oder Peoplesoft. Durch das Angebot von immer zahlreicheren Branchenlösungen versuchen die Anbieter den Aufwand der Anpassung zu minimieren. Der Finanzsektor war einer der Bereiche, in dem bisher noch immer überwiegend individuell entwickelte Software eingesetzt wird. Unter dem steigenden Kostendruck wachsen bei den Banken aber offensichtlich die Zweifel, ob sie sich durch aufwendig entwickelte Software für Standardgeschäftsprozesse wirklich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

Doch längst nicht in allen Bereichen sind Standards so weit gediehen, dass ein reibungsloser Ablauf garantiert wäre. So liegen der Softwareriese Microsoft und IBM derzeit im Clinch um die künftigen Standards für Web Services, die die Kommunikation zwischen verschieden Anwendungen ermöglichen sollen. Microsoft setzt dabei auf den eigenen Standard ".Net", während IBM der Programmiersprache Java den Vorzug gibt.

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