Integrationswirkung gelobt
Rau ermuntert zum Kauf von Obdachlosen-Magazinen

afp BERLIN. Bundespräsident Johannes Rau hat die Bundesbürger aufgefordert, mit dem Kauf von Straßenmagazinen die Not von Obdachlosen zu lindern. Diese Magazine trügen dazu bei, dass Menschen, die auf der Straße leben, ihr Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen könnten, betonte Rau in einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Grußwort an die Leser von Straßenzeitungen. Mit dem Geld, das sie durch den Verkauf der Zeitungen verdienen, könnten die Wohnungslosen "wieder ein wenig mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen". Rau bat die Leser dieser Magazine, mit ihren Nachbarn, Arbeitskollegen und Bekannten zu sprechen, auch solche Zeitungen zu kaufen. Straßenmagazine trügen auch dazu bei, das Schicksal von Wohnungslosen "in die Mitte der Gesellschaft zu tragen", unterstrich der Bundespräsident. Jeder Verkäufer wirke dem Vorurteil entgegen, Obdachlose seien nicht bereit, aus eigener Kraft einen Neuanfang zu wagen. Mehr als 500 000 Menschen in Deutschland hätten kein festes Dach über dem Kopf. "Unserem Anspruch, die Würde des Menschen zu achten, werden wir erst gerecht, wenn wir denen, die an den Rand gedrängt leben, durch Wohnung, Umschulung oder Arbeitsmöglichkeiten wieder sinnvolle Perspektiven eröffnen", schrieb Rau. Es müsse alles daran gesetzt werden, den unheilvollen Kreislauf zu beenden, der darin bestehe, dass ohne Wohnung keine Arbeit zu bekommen sei und ohne Arbeit keine Wohnung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%