Intel auf den vorderen Verliererplätzen
Software- und Computeraktien in New York unter Druck

Die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank macht die Marktteilnehmer nervös. Wird Notenbankchef Alan Greenspan die US-Leitzinsen senken, obwohl die US-Konjunktur erste Zeichen der Erholung zeigt? Die Anleger sind skeptisch. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index eröffneten die Handelswoche mit Punktverlusten.

NEW YORK. Der Nasdaq Composite-Index fiel in den ersten Handelsminuten in New York um 1,10 Prozent auf 2084 Punkte. Der Dow-Jones-Index der 30 größten Industriewerte lag hingegen kaum verändert bei 10 812 Punkten.

Sollte Notenbank Chef Alan Greenspan die Zinsen morgen trotz der guten Konjunkturdaten von Freitag um 50 Basispunkte senken, dürfte es sich wahrscheinlich um die bis auf weiteres letzte Zinssenkung handeln. "Big Al" senkte bereits vier Mal in diesem Jahr die US-Leitzinsen, um die US-Konjunktur vor einer Rezession zu retten. Sollte Greenspan die Zinsen erneut um 50 Basispunkte senken, erreichen die US-Leitzinsen mit vier Prozent den niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

Vor allem die Computer- und Softwareaktien geraten am Morgen unter Druck. IBM und Microsoft führen die Liste der Dow Jones-Verlierer an. Auch Intel rangiert auf einem der vorderen Verliererplätze. Pessimistische Prognosen belasten am Morgen im Chipsektor. Neben Intel notiert auch Micron Trechnologies und Texas Instruments schwächer. In diesem Jahr wird der Umsatz der Chipindustrie mit 188 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent sinken. Das prognostiziert das Marktforschungsinstitut Gartner. Im nächsten Jahr ist nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen, der Umsatz dürfte dann nach Einschätzung der Marktforscher 213 Milliarden Dollar erreichen.

Unternehmensnachrichten bei Mc Donald´s, Nordstorm und Suntrust Bank belasten die Märkte zudem. Mc Donald´s könnte die Angst der Konsumenten vor Maul und Klauenseuche für sinkende Umsätze sorgen. Das berichtet das Anlegermagazin "Barron´s" in seiner jüngsten Ausgabe.

Nordstorm belasten schlechte Prognosen. Nachdem das Einzelhandelsunternehmen im vergangenen Quartal einen Gewinneinbruch von 25 Prozent zu verkraften hatte, sieht die Zukunft nicht besser aus. Das Unternehmen reduziert die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal und gesamte Geschäftsjahr.

Suntrust, die neuntgrößte US Bank hat ein 14,7 Milliarden Dollar Übernahmeangebot für das Bankhaus Wachovia eingereicht. Damit wird das vorliegende Fusionsangebot von First Union um 2,2 Milliarden Dollar überboten. Das Management von Suntrust will die Wachovia Aktionäre dazu bewegen, gegen eine Fusion mit First Union zu stimmen. Die Anleger von Suntrust zeigen sich wenig begeistert. Die Aktie verliert.

Brokerhaus Lehman Brothers schürt die morgendlich getrübte Stimmung noch. Das US-Brokerhaus senkt in den globalen Modellportfolios den Aktienanteil um zehn Prozent. Die Gewichtung von Barmitteln und Anleihen wird um jeweils fünf Prozent angehoben. Nach den jüngsten Kursgewinnen des US-Aktienmarktes sind die Ertragsaussichten von Corporate Amerika in den Kursen angemessen reflektiert, so der Investmentstratege Joseph Rooney. Vor sieben Wochen waren Aktien im Vergleich zu Anleihen noch stark unterbewertet. Der feste Aktienmarkt hat diese Bewertungslücke wieder geschlossen.

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