Intel-Chef sieht Aufwind
Schwache US-Börsen vor Bush-Rede

Die mit Spannung erwartete Fernsehansprache von US-Präsident George W. Bush zum Irak-Konflikt hat am Montag für einen nervösen Handel an der Wall Street gesorgt. Die Unsicherheit der Marktteilnehmer wurde nach Händlerangaben verstärkt durch die trübe Geschäftsprognose des viertgrößten US-Einzelhandelskonzerns Sears, Roebuck and Co und die Senkung der Gewinnprognosen einer Bank für den Netzwerkausrüster Cisco Systems.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss 1,40 Prozent im Minus auf 7 423,32 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor 1,78 Prozent auf 1 119,66 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,91 Prozent auf 785,32 Zähler nach.

"Es gibt viel Unsicherheit vor der Bush-Rede heute Nacht. Das hat den Markt beunruhigt", sagte Robert Mikkelsen, Leiter Institutioneller Handel für Nasdaq-Aktien bei The Advest Group. "Die Berichtssaison beginnt, und die Leute machen sich Sorgen. Nicht so sehr über die Zahlen, aber über das, was über den Ausblick gesagt werden wird."

US-Präsident Bush wollte in der Nacht zum Dienstag (02.01 Uhr MESZ) in einer TV-Ansprache um Unterstützung für einen Krieg gegen Irak werben. Neben Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur und der Unternehmensgewinne hatten in den vergangenen Wochen auch Kriegsängste die Aktienkurse in den USA deutlich belastet. "Es gibt eine Fülle von Dingen, um die man sich sorgen kann ... die Senkung von Prognosen und Herabstufung von Aktien, die jüngsten schwachen Konjunkturdaten, schwache Auslandsmärkte und nicht zuletzt eine mögliche Konfrontation mit dem Irak", sagte A.C. Moore, Chefinvestment-Stratege bei Dunvegan Associates.

Sears reduziert Ertragsprognose

Die Aktien des viertgrößten US-Einzelhandelskonzerns Sears, Roebuck and Co verloren rund 14,3 Prozent auf 32,25 Dollar. Das Unternehmen hatte angekündigt, der Gewinn im dritten Quartal werde die Analystenprognosen verfehlen. Die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco Systems waren die meist gehandelten Papiere an der Nasdaq und verloren rund vier Prozent auf 9,08 Dollar, nachdem Deutsche Banc Securities die Ergebnisprognosen für das Unternehmen gesenkt und dies mit der schwachen US-Konjunktur begründet hatte. Die Titel von Cisco-Konkurrent Juniper Networks gaben rund acht Prozent auf 4,43 Dollar ab.

Der Dow-Jones-Index wurde dagegen gestützt von den Aktien des weltgrößten Zigarettenherstellers Philip Morris, die nach deutlichen Kursverlusten Ende vergangener Woche am Montag 5,4 Prozent auf 38,58 Dollar zulegten. Ein Geschworenengericht hatte den Konzern am Freitag zu einer Schadenersatzzahlung von 28 Milliarden Dollar an eine Lungenkrebs-Patientin verurteilt.

Intel-Chef sieht Aufwind für die Branche

Die Aktien des weltgrößten Chipproduzenten Intel stiegen dagegen gegen den Markttrend rund 0,8 Prozent auf 13,82 Dollar. Intel-Chef Craig Barrett hatte am Sonntag gesagt, er beurteile den Technologiesektor optimistischer als je zuvor. Die gegenwärtige Krise dürfte Anfang 2003 beendet sein, sagte Barrett weiter.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,56 Mrd. Aktien den Besitzer. 728 Werte legten zu, 2512 gaben nach, 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,39 Mrd. Aktien 920 im Plus, 2438 im Minus und zehn unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen mit 106-08/32 Punkten um 15/32. Sie rentierten auf diesem Niveau mit 3,61 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 4/32 auf 110-11/32 Zähler zu, wobei sich eine Rendite von 4,71 Prozent ergab.

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