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Intel: Freundlich nach Quartalszahlen

Der weltgrößte Chiphersteller musste im ersten Quartal einen Gewinneinbruch von über 80 Prozent einstecken. Nach einem Netto-Ergebnis von 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahr, konnte Intel nur noch 485 Millionen Dollar einspielen.

Das Ergebnis vor außerordentlichen Posten lag mit 1,1 Milliarden Dollar oder 16 Cents pro Aktie dennoch leicht über den Schätzungen der Analysten. Der Umsatz konnte mit 6,7 Milliarden Dollar die stark gesenkten Erwartungen ebenfalls schlagen.

"Die Meßlatte für das Quartal war ziemlich niedrig", so Joe Osha von Merrill Lynch. Umfragen beim Zwischenhandel deuteten darauf hin, dass sich das Geschäftsumfeld im März im Vergleich zum Februar erholt hatte. Das rasante Tempo des nachlassenden Geschäftsumfelds scheint sich zu verlangsamen. So rechnet Intel im zweiten Quartal mit einem Umsatz in der Spanne von 6,2 bis 6,8 Milliarden Dollar. Ein Rückgang im Vergleich zum vorhergehenden Quartal, aber mit einem deutlich langsameren Tempo. Analysten erwarteten einen Umsatz von rund 6,7 Milliarden Dollar.
Vielversprechend war vor allem der Kommentar von Finanzvorstand Craig Barrett, wonach sich eine Stabilisierung des Chip-Marktes abzeichne. Einen Ausblick über das zweite Quartal hinaus, wollte das Management aufgrund der schlechten Transparenz dennoch nicht geben. Die Firmenleitung wies jedoch darauf hin, dass das zweite Halbjahr saisonal bedingt meistens eine robustere Nachfrage verzeichne. Mit einer robusten Nachfrageerholung sei vor allem im PC-Markt zu rechnen. Ob der Ertragslage von Intel ebenfalls bessere Zeiten bevorstehen, wird neben der Entwicklung der Nachfrage auch von dem Verlauf der Gewinnmargen abhängen.
Das Management bestätigte nach Börsenschluss Gerüchte weiterer Preissenkungen. Über das Ausmaß der Senkungen wollte das Unternehmen keine Angaben machen. "Die Preissenkungen dürften in der zweiten Mai Woche vorgenommen werden", vermutet der Credit Suisse Analyst Charlie Glavin. Nicht zuletzt aufgrund der Preissenkungen rechnet Intel mit einem Rückgang der Gewinnmargen von 51,7 Prozent im ersten Quartal auf 49 Prozent im zweiten Quartal. Glavin befürchtet, dass der Druck auf die Margen im Jahresverlauf anhalten und Ende 2001 auf den mittleren 40 Prozent Bereich sinken wird.

"Investoren dürften zunehmend Ausschau nach einer fundamentalen Erholung der Chip Industrie im Spätsommer halten", hofft Joe Osha von Merrill Lynch. Als Marktführer dürften die Aktien von Intel von dieser Entwicklung profitieren. Die Aktie von Intel notierte im nachbörslichen New Yorker Handel rund zehn Prozent fester.

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