Intel macht sich für Funktechnik stark
WLAN bewegt CeBIT-Austeller und -Besucher

Wer dieses Jahr die weltgrößte Computer- und Technologiemesse CeBIT in Hannover besucht, der wird an vier Buchstaben sicher nicht vorbei kommen: WLAN.

Reuters HANNOVER. Sie stehen für "Wireless Local Area Network" und beschreiben ein lizenzfreies, kabelloses und lokal begrenztes Netzwerk, das die schnelle Übertragung von Daten per Funk zwischen Rechnern ermöglicht. Bei Ausstellern, Besuchern und dem Messebetreiber selbst sorgt WLAN auf der CeBIT 2003 für großen Gesprächsstoff.

"Überall wo ich hingehe, ich hör' nur noch WLAN, WLAN, WLAN", sagt ein Elektronik-Händler aus Bayern während er sich eine Curry-Wurst an einer der vielen Imbissbuden auf dem riesigen Messegelände bestellt. Eigentlich habe er sich über die neuesten Trends in der Digitalfotografie informieren wollen. Davon habe er bisher jedoch noch nicht viel mitbekommen. "Ich bin in Halle 13 hängen geblieben." Dort tummeln sich einige der Aussteller, die mit ihren Produkten ganz auf WLAN setzen.

Doch auch in den anderen Hallen ist diese Funktechnik an zahlreichen Ständen prominent vertreten. Sogar das Gelände der CeBIT selbst überzieht erstmals ein flächendeckendes Netzwerk zur drahtlosen Datenübertragung. Mehr als 200 Antennen wurden aufgestellt, damit Besucher, die über ein WLAN-fähiges Endgerät wie etwa ein Notebook oder einen westentaschen-kleinen PDA-Rechner verfügen, von der gesamten CeBIT aus für 30 Euro am Tag surfen und E-Mails versenden können.

Ein WLAN lässt sich im Prinzip überall einrichten. Die Zahl der öffentlichen Zugangspunkte, den so genannten Hotspots, steigt daher rasant. Mittlerweile bieten unter anderem Hotels, Cafes und Flughafen-Lounges kabellose Anschlüsse, zum Teil kostenlos, meist jedoch gegen eine Gebühr. Rund 100 Meter umfasst die Funkreichweite eines Hotspots innerhalb dessen man sich einloggen kann. Gut 200 davon gibt es derzeit in Deutschland, die Tendenz ist stark steigend. Bis 2006 soll es nach Angaben der Berater-Firma TeleAnalytics weltweit 300 000 Hotspots geben. 2002 lag die Zahl bei knapp 15 000.

Intel schiebt WLAN an

Besonders engagiert im Ausbau von Hotspots ist Intel. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern wie etwa Telekommunikationsfirmen oder McDonalds will der weltgrößte Chiphersteller dafür sorgen, dass in 15 Ländern rund um die Welt noch in diesem Jahr rund 10 000 Hotspots stehen werden.

Den entscheidenden Schritt zur Verbreitung der kabellosen Datenübertragung tat Intel auf der CeBIT mit der Vorstellung seiner neuen WLAN-Plattform Centrino für Notebooks. Experten erwarten sich davon einen kräftigen Schub für WLAN. Denn in den mit diesem Mikroprozessor und dem zugehörigen Chip-Satz ausgestatteten Notebooks steckt bereits die Technologie, die es Nutzern erlaubt, ohne Kabel oder zusätzliche Netzwerkkarten über ein WLAN ins Internet zu gelangen.

Das Arbeiten am Computer solle vom Schreibtisch auf die Couch verlagert werden, sagt Intel-Vizechef Mike Splinter. "Es ist natürlich, nicht verkabelt sein zu wollen. Menschen wollen nicht ständig rumlaufen und Telefon-Buchsen für ihr Notebook suchen." Damit dürfte das drahtlose Surfen im Internet für ein Massenpublikum interessant werden. Vor allem, weil auch ohne großen Aufwand ein kabelloses Netzwerk im eigenen Heim eingerichtet werden kann. Das Hinterherziehen von lästigen Kabeln durchs ganze Haus soll der Vergangenheit angehören.

Bis auch andere elektrische Geräte drahtlos funktionieren und sogar miteinander kommunizieren könnten, werde es noch einige Zeit dauern. Doch aufhalten lasse sich die Entwicklung nicht mehr, sagt Philips-Chef Gerard Kleisterlee.

Bei aller Euphorie für die neue Technologie gibt es aber noch eine große Hürde, die es zu überwinden gilt: Bislang gibt es noch kein kundenfreundliches einheitliches Bezahlsystem für die Nutzung von Hotspots. Bei Wechsel des Hotspot-Anbieters muss sich der Nutzer jedes Mal - sofern nicht kostenfrei - um ein neues Surf-Guthaben bemühen. "Das ist ein Problem", gibt Intel-Sprecher Klaus Obermaier zu. Bis Ende des Jahres werde wohl eine Lösung gefunden sein, ist Obermaier zuversichtlich. "Und dann startet WLAN richtig durch."

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