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Intel – nach dem Crash wieder attraktiv

Börsianer mögen den Monat September nicht. Kein Wunder, kaum ein Tag ist vergangen, ohne dass ein großes oder wichtiges Unternehmen eine Warnung abgegeben hat. Die meisten kamen aus den USA - Caterpillar, DuPont, McDonald?s, Alcoa, Intel oder Kodak sind nur wenige Beispiele. Der Konjunkturmotor brummt dort zwar noch, doch immer mehr US-Firmen geht langsam der Treibstoff aus.

Analysten und Unternehmen haben das offenbar zu spät bemerkt. Sie hat der jahrelange Aufschwung zu optimistisch werden lassen. Dafür büßen sie jetzt. Mehr als 250 US-Unternehmen haben ihren Aktionären mittlerweile schon mitgeteilt, sie müssten mit Enttäuschungen bei Umsatz und Ergebnis rechnen. Das sind deutlich mehr als im zweiten Quartal. Agenturen wie First Call rechneten flugs aus, dass die Quartalsgewinne der US-Firmen nur um 16 Prozent wachsen werden. Das wäre das schlechteste Wachstum in einem Dreimonatszeitraum seit mehr als einem Jahr.

Keine Frage, an der Börse kommt durch solche Warnungen viel Sand ins Getriebe. Richtig bitter wird es für Aktionäre, die auf den einen oder anderen Wert gesetzt haben. Verluste von 20 Prozent und mehr an nur einem Tag registrierten Händler selbst bei großen Aktien. Prozentual am spektakulärsten war der Computerhersteller Apple, dessen Aktie sich halbierte.

Gemessen an der absoluten Wertvernichtung schoss der Chiphersteller Intel den Vogel ab. Bis Anfang September galt das Marktschwergewicht noch als die Vorzeigeaktie unter den Technologiewerten. Sämtliche Frühjahrs- und Sommerstürme meisterte die Aktie heldenhaft. Mit 75 Dollar kletterte die Notierung Anfang September sogar auf ein Niveau, das einen Börsenwert von rund 500 Milliarden Dollar widerspiegelte. Damit war Intel in diesem Jahr - bis dahin - die beste Aktie im bekanntesten Index der Welt, dem Dow Jones.

Der Abstieg begann Anfang September. Ashok Kumar, Analyst bei US Bancorp Piper Jaffray , tat etwas, was bei Intel zuletzt außergewöhnlich selten war: Er stufte die Aktie herab - von starker Kauf auf Kauf. Allerdings, kaum jemand in der Analystenzunft folgte dem einsamen Rufer. Erst als Intel Kumars Warnung knapp drei Wochen später offiziell bestätigte, setzte sich die Horde in Bewegung. Es prasselte nur so Herabstufungen - sowohl der Ratings wie der Gewinnschätzungen und der Kursziele. Im Schnitt ist die Bewegung nach Süden allerdings nicht so heftig wie der Kursausschlag. Der könnte übertrieben sein - auch wenn der Einbruch von Apple zur Vorsicht mahnt. Die Aktie kann zwar nur bedingt als Barometer für die Computerbranche dienen. Dennoch schätzen einige Analysten, etwa Andy Neff ( Bear Stearns ), auch Konkurrenten wie Compaq, Gatewaq und Dell zurückhaltender ein.

Die Intel-Aktie wartet vorerst auf ihre Käufer dort, wo sie im Januar ihren Höhenflug begonnen hatte. Legt man die Gewinnschätzungen der Analysten zu Grunde, lockt Intel mit einer attraktiven Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt auf Basis der Gewinnprognosen von 2001 bei etwa 24.
Für einen Technologiewert wie Intel, dessen Gewinne weiter stark wachsen dürften, ist solch eine Bewertung attraktiv zu nennen. Wenn sich der Kurs also in den nächsten Tagen bei 40 bis 45 Dollar einpendelt und vielleicht sogar ein stärkerer Euro ein besseres Europageschäft erwarten lässt, könnte die Basis für den nächsten Aufschwung gelegt werden.

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