Intel-Nachrichten belasten US-Aktienmärkte
Schwacher Ausklang an der Wall Street

Sorgen über die Gewinnentwicklung bei US-Unternehmen sowie die anhaltende Debatte über die Buchführungspraktiken einiger großer US-Konzerne belasteten die US-Börsen.

dpa/rtr NEW YORK. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor 3,34 % auf 1 716,34 Punkte. Der Standardwerte-Index Dow Jones rutschte im späten Geschäft ebenfalls in die Verlustzone und schloss 1,07 % im Minus auf 9 834,68 Punkten. Die Nachfrage nach Industriewerten hatte den Index nach Händlerangaben im Geschäftsverlauf kurzfristig über die Marke von 10 000 Punkten getrieben. Der breit gefasste S&P-Index gab bis Handelsschluss 1,55 % auf 1 080,96 Punkte nach.

Die reduzierte Gewinnprognose für den weltgrößten Chiphersteller Intel des Brokerhauses Banc of America Securities hat nach Händlerangaben die US-Börsen am Donnerstag belastet.

"Es gibt wenig Überzeugung, dafür aber viel Verwirrung", sagte Donna Van Vlack, Director of Trading bei Brandywine Asset Management. "Ich glaube es gibt viel Angst, weil die Leute nicht von der nächsten schlechten Nachricht aus heiterem Himmel getroffen werden wollen. Es ist ein sehr intolerantes, hartes Umfeld."

Die Reduzierung der Gewinnprognose für Intel habe die Hoffnungen der Anleger auf eine baldigen Aufwärtstrend bei den Umsätzen der Branche gedämpft, sagten Händler. Intel-Aktien büßten rund 6,2 % auf 29,48 Dollar ein. Banc of America Securities hatte die Senkung der Gewinnaussichten zuvor mit einem möglichen Anstieg der Chipproduktion begründet, die dem Unternehmen Preiserhöhungen erschweren dürften.

Hinweise auf einen Aufwärtstrend im Verarbeitenden Gewerbe hätten dagegen einzelnen Industriewerten gegen den Trend Kursgewinne beschert, sagten Händler. Bei den Standardwerten kletterten die Titel des Flugzeugherstellers Boeing um rund zwei Prozent auf 44,21 Dollar. Die Aktien des weltgrößten Aluminiumproduzenten Alcoa verbesserten sich um 2,4 % auf 37,48 Dollar. "Die Leute neigen zu Unternehmen mit Geschäftsmodellen und Produkten, die leicht zu verstehen sind", sagte Kevin Bannon, Chefinvestment-Officer bei BNY Asset Management. "Sie wissen, was Seife ist, aber nicht was 'DRAM' bedeutet."

Gestützt wurden die Industriewerte nach Händlerangaben außerdem durch entsprechende US-Konjunkturdaten, die eine Erholung im Verarbeitenden Gewerbe signalisierten. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Phila-Fed) war im Februar unerwartet gestiegen. Der Index, der für eine stark industrialisierte Region im Osten der USA ermittelt wird, gilt als Frühindikator für die gesamte US-Wirtschaft.

Die Aktien der Öl- und Gaserzeuger lagen ebenfalls im Zuge des gestiegenen Ölpreises im Plus. Die US-Regierung hatte Angaben der Ölbranche bestätigt, die Rohölvorräte seien in der vergangenen Woche wie erwartet gesunken. Dow-Wert Exxon Mobile legte 0,41 % auf 39,15 Dollar zu.

Von den übrigen am Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten seien gemischte Signale für den Markt gekommen, sagten Händler. Der Index der US-Frühindikatoren stieg im Januar 2002 im Vergleich zum Vormonat nach Angaben des Wirtschaftsforschungs-Instituts Conference Board um 0,6 % stärker als erwartet. Die Daten hätten Hoffnungen geschürt, dass die Konjunkturerholung in den USA stärker als erwartet ausfallen könne, sagten Händler.

Etwas enttäuscht habe dagegen der Anstieg der Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 16. Februar auf 383 000 von 373 000 in der Vorwoche, hieß es am Markt. Analysten hatten 373 000 Anträge erwartet.

An den US-Bondmärkten gewannen die richtungweisenden zehnjährigen Notes 7/32 auf 100-3/32 Punkte und rentierten mit 4,86 %. Die 30-jährigen Bonds legten 7/32 auf 100 Punkte zu, wobei sich eine Rendite von 5,38 % ergab.

Der Rentenmarkt legte leicht zu. Der Euro notierte mit 0,86855 Dollar gegenüber 0,86965 Dollar am Vortag.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%