Intel präsentiert Centrino Mobiltechnik auf der Cebit
Chip-Paket für eine neue Generation von Notebooks

Intel hat den Marktstart der ersten Notebooks mit der neuen Mobilchip-Technologie Centrino angekündigt. "Das ist die aufregendste Technologie seit der Erfindung des Laptops", sagte Intel-Verkaufschef Mike Splinter am Mittwoch auf der Computermesse CebIT in Hannover.

HANNOVER. Intel versucht, seine starke Vormachtstellung bei Chips für Arbeitsplatzrechner (Desktop) auch auf Laptops und Notebooks auszudehnen. Dazu hat der Marktführer der Halbleiterbranche aus Santa Clara in Kalifornien auf der Cebit ein spezielles Paket von Mobiltechnik vorgestellt. Dieses soll einerseits in einer neuen Generation von Notebooks für längere Batterielaufzeiten sorgen sowie eine höhere Rechnerleistung ermöglichen. Zusätzlich haben die Entwickler auf dieser Basis die Konstruktion von kleineren und leichteren Notebooks im Visier.

Darüber hinaus will der kalifornische Chip-Gigant in einer weltweiten Zusammenarbeit mit Kommunikationsdienstleistern (Service Providern) die Verbreitung von Hotspots auf der Basis von Wireless LAN beschleunigen. Ziel der Kooperation ist es, die jeweilige WLAN-Infrastruktur optimal auf die Intel Centrino Mobitechnik als De-fakto-Industriestandard abzustimmen.

Technisch besteht die in Hannover vorgestellte Centrino Mobiltechnologie aus einem neuen Zentralprozessor (CPU), der für den energiesparenden Einsatz in mobilen Rechnern wie beispielsweise Notebooks optimiert ist. Dazu ergänzen abgestimmte Hilfs-Chipsätze sowie ein spezieller Kommunikationschip die drahtlose Netztechnik (IEEE802.11-Standard - Wi-Fi). Alle Komponenten sind auf geringen Stromverbrauch optimiert, um eine längere Akku-Laufzeit und flachere und leichtere Notebooks zu ermöglichen. Nach Angaben von Intel soll die Nutzzeit von Batterien auf bis zu fünf Stunden ansteigen.

Der neue Centrino-Zentralchip (im Alleinverkauf auch Pentium M genannt) hat nach Firmenangaben eine Taktrate von 1,6 Gigahertz, verfügt aber wegen technischer Verbesserungen über die Leistung eines Prozessors mit einer Taktrate von 2,4 Gigahertz. Die Taktrate steht für die Verarbeitungsgeschwindigkeit und beeinflusst somit die Qualität, mit der Videos auf dem Laptop gezeigt werden können. Der neue Chip soll einen Vorteil beim Stromverbrauch von 76 % im Vergleich zu einem klassischen Chip haben.

"Tragbare Personalcomputer mit drahtlosem Internet-Zugang bieten mehr Flexibilität und Mobilität", sagte Intel-Manager Mike Splinter in Hannover. Nach seiner Vorstellung werden die Menschen neue Wege erleben, wie und wo sie kommunizieren und arbeiten. So könnten etwa Geschäftsreisende an öffentlichen Zugangspunkten in Flughäfen, Hotels oder Cafés ihre E-Mails oder Tageszeitungen online lesen. Sogar Fluggesellschaften wie die Deutsche Lufthansa und Britisch Airways testen den drahtlosen Internet-Zugang in Flugzeugen.

Um die Verbreitung von drahtlosen Internet-Zugängen voran zu treiben, arbeitet Intel im Rahmen seines Wireless Verification Programs (WVP) weltweit mit Service Providern zusammen. Zum Auftakt der Cebit trat die T-Mobile mit ihrem öffentlichen WLAN Angebot dem Programm in Deutschland bei. Derzeit verfügt T International-Mobile weltweit über rund 2000 Hot Spots.

Weitere Vereinbarungen in Deutschland und der Schweiz bestehen derzeit mit Swisscom Mobile sowie Megabeam und WLAN, die beide kürzlich von Swisscom übernommen wurden. Das neu gegründete Unternehmen Swisscom Eurospot bietet Zugang über rund 800 Hotspots europaweit.

Ziel des WVP ist es, drahtlose Netzwerkzugänge zu testen und mit Zertifikaten zu versehen. Künftig sollen verifizierte Zugänge an speziellen Logos, die auf den drahtlosen Internet-Zugang in Flughäfen, Hotels oder anderen Orten hinweisen. Intel will bis Ende des Jahres weltweit über 10 000 Hotspots zertifizieren.

Mit Dell, Hewlett-Packard und IBM haben auf der Cebit drei bedeutende Notebook-Hersteller Geräte mit integrierter Centrino-Technik vorgestellt. Die Preise der Notebooks mit Centrino beginnen bei etwa 1 600 ?. In einem vor kurzem erschienen Artikel des US-Wirtschaftsmagazins Businessweek wurde von einer nur verhaltenen Begeisterung der Notebook-Hersteller zum Thema Centrino berichtet.

Der Grund dafür liege in dem zu schwachen WLAN-Chip des Paketes. Dieser soll in zwei Schüben von jeweils einem halben Jahr aufgerüstet werden. Dies sei nicht im Sinne einer Produktplanung für Einkaufszyklen von drei bis fünf Jahre, wurde als Grund genannt. Intel-Sprecher Hans-Jürgen Werner sieht darin kein Problem, da die Aufrüstung per Softwareladung erfolge. Die rasche, nicht exakt vorhersehbare Entwicklung der WLAN-Standards verlange eine solche Politik, so Werner zum Handelsblatt.

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