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Intel reduziert Prognose - Branchenerwartungen gedämpft

Die revidierte Prognose des weltgrößten Chipherstellers Intel hat die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung in der Computer- und IT-Industrie erneut gedämpft.

dpa SANTA CLARA. Die revidierte Prognose des weltgrößten Chipherstellers Intel hat die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung in der Computer- und IT-Industrie erneut gedämpft.

Die Nachfrage nach Computer- und Speicherchips für Telekommunikationsprodukte war Intel zufolge im dritten Quartal 2004 geringer ausgefallen als erwartet. Neben anhaltend hohen Lagerbeständen habe die Kaufzurückhaltung der Endkonsumenten das Geschäft gedrückt, hieß es. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass vor allem die gestiegenen Ölpreise das Konsumklima derzeit belasten.

"Das wirtschaftliche Wachstum hat sich abgeschwächt, die Ölpreise beginnen ihren Einfluss auszuüben", sagte Brian Eisenbarth, Analyst bei Davidson Investment Advisory in Montana. "Die letzten zwei Monate waren sehr hässlich im Technologie-Land." Einen Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und politischen wie ökonomischen Faktoren wie Terrorgefahr und steigende Ölpreise hält Intel-Deutschland-Chef Jürgen Thiel dagegen für überzogen. Es gebe zu jeder Zeit irgendwo Terror und Kriege in der Welt. "Ich würde die Ergebnisse auch nicht auf einem Niveau mit den Ölpreisen sehen, sondern gehe davon, dass es sich um einfache betriebswirtschafltiche Prozesse handelt."

Intel hatte seine Umsatz- und Gewinnmargenprognose für das dritte Quartal 2004 am Donnerstag (Ortszeit) nach Börsenschluss deutlich gesenkt. Das Unternehmen, dessen Geschäft als Barometer der IT- Industrie gilt, erwartet für das dritte Quartal nur noch einen Umsatz von 8,3 Mrd. $ bis 8,6 Mrd. $ (7,1 Mrd Euro) gegenüber einer bisherigen Prognose von 8,6 Mrd. $ bis 9,2 Mrd. $. Damit werde das Unternehmen aber dennoch das zweitstärkste dritte Quartal in der Firmengeschichte abschließen, betonte Thiel.

Die Bruttogewinnmarge dürfte für den Berichtsabschnitt bei rund 58 % liegen, die vorherige Schätzung hatte 60 % betragen. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen nun von einer Bruttogewinnmarge von rund 58 bis 60 % aus gegenüber einer vorherigen Prognose von 60 %.

Im Juni hatte Intel der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge einen Warenbestand in Rekordhöhe von 3,2 Mrd. $. Vor allem durch Preissenkungen bis zu 35 % und einer langsameren Produktion hatte Intel versucht, den Überhang zu reduzieren. Man habe nach diesen Maßnahmen mit einem deutlich stärkeren Boom gerechnet, sagte Finanzchef Andy Bryant. Doch eine Steigerung der Nachfrage sei ausgeblieben. Im dritten Quartal erwartet das Unternehmen nach Angaben von Bryant erneut einen Anstieg der Lagerbestände um 100 bis 150 Mill. $.

Für das Wachstum im Markt für Personal Computern hatte vor rund vierzehn Tagen auch die Marktforschung Gartner ihre Prognose revidiert. Die Gesellschaft geht nun von einem Zuwachs von 12,6 % aus statt wie zuvor von 13,4 %. Derzeit erhöhe die wirtschaftliche Lage in den USA die Ungewisseheit über die weitere Entwicklung beim PC-Absatz, sagte Gartner-Analyst Kiyomi Yamada. Bei den Kunden wachse der Druck, ihre überalterten Computer zu ersetzen. Nötig sei nun nur ein positives Wirtschaftsklima.

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