Intel sieht schwächeres zweites Quartal
„Markt für IT-Investitionen lässt noch zu wünschen übrig“

Der Deutschland-Chef des weltweit größten Chip-Herstellers Intel, Jürgen Thiel, rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einem stärkeren Geschäft. Zunächst erwartet er eine weiter andauernde Investitionszurückhaltung der Firmenkunden.

Reuters MÜNCHEN. "Der Markt für IT-Investitionen lässt noch zu wünschen übrig", sagte Thiel am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Erholung zeichne sich dagegen im Konsumentenbereich ab. Auch das im vergangenen Jahr eingebrochene Geschäft mit Speicherchips für Mobiltelefone zeige Besserungstendenzen.

In Europa, wo Intel im ersten Quartal 2002 mit knapp 1,6 Milliarden Dollar etwa 23 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftete, werde der Umsatz im zweiten Quartal saisonbedingt gegenüber dem Vorquartal wohl etwas zurückgehen. "Das zweite Halbjahr sollte dann wieder etwas stärker sein", sagte Thiel.

Intel hatte im ersten Quartal 2002 einen Gewinn je Aktie von 0,15 (Vorjahr: 0,16) Dollar und einen Umsatzanstieg auf 6,78 Milliarden Dollar verzeichnet, was bei den Analysten Hoffnungen auf ein Ende der Gewinnschwäche auslöste. Für das zweite Quartal prognostiziert Intel eine Umsatzspannbreite von 6,4 Milliarden bis 7,0 Milliarden Dollar. "Wenn das Umfeld einigermaßen stimmt, könnte der Umsatz eher im oberen Bereich der Spanne liegen", sagte Thiel.

Die Firmenkunden hielten sich vor allem mit Investitionen in neue PCs zurück, erläuterte Thiel die Lage. Bei Servern habe Intel vom Sparzwang der Unternehmen profitiert und mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis Marktanteile hinzugewonnen. Intel deckt rund 88 Prozent des weltweiten Marktes für Server-Prozessoren ab, bei PC-Prozessoren liegt der Marktanteil bei über 80 Prozent. Die Region Europa werde ihren Anteil am Konzernumsatz im zweiten Halbjahr wieder auf 25 Prozent steigern können, gab sich Thiel zuversichtlich. Viele Firmen verlagerten zunehmend ihre Computer-Produktion von Asien nach Osteuropa, was schon in diesem Jahr einen positiven Effekt auf die Intel-Umsätze in Europa haben könnte.

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