Intel übertrifft Erwartungen der Analysten
Erste High-Tech-Firmen haben Talsohle durchschritten

In den Unternehmen der Informationstechnologie (IT) wachsen nach drei Jahren tiefer Krise die Hoffnungen auf eine spürbare Erholung. Mit dem US-Chiphersteller Intel präsentierte gestern Abend ein führender Anbieter der Branche Quartalsergebnisse, die besser ausfielen als erwartet. Mit 25 Cent Gewinn pro Aktie steigerte der Konzern sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 150 Prozent. Auch der Umsatz stieg kräftig von 6,5 Mrd. Dollar auf 7,8 Mrd. Dollar.

HB/sbe/scc/tnt/jojo MÜNCHEN. Zuvor hatte auch der niederländische Elektronikkonzern Philips mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten übertroffen. Sogar die angeschlagene Halbleitersparte des Unternehmens dürfte im vierten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben. Ebenso hatte der amerikanische Handy- und Chipproduzent Motorola für eine positive Überraschung gesorgt. Analysten gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen auch die anderen Schwergewichte der IT-Industrie gute Zahlen vorlegen werden. "Wir erwarten, dass die Berichtssaison ein insgesamt positives Bild zeichnen wird", urteilten die Analysten der Hypo-Vereinsbank. Die Chipindustrie gilt als Frühindikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Dass es noch Konsolidierungsbedarf in der Branche gibt, starke Unternehmen aber gleichzeitig wieder entschieden auf Wachstum setzen, zeigt eine neue Übernahme in den USA. Gestern teilte der Computerspeicher-Anbieter EMC Corporation mit, er werde für 1,7 Mrd. Dollar die US-Softwarefirma Documentum übernehmen. Documentum bietet unter anderem Programme zur Verwaltung von Unternehmensunterlagen an. Erst kürzlich hatte EMC den Kauf der Softwarefirma Legato Systems für 1,3 Mrd. Dollar angekündigt. EMC liefert sich einen harten Konkurrenzkampf mit IBM und anderen Anbietern von Computerspeichern.

Auch der deutsche Branchenverband Bitkom ist optimistisch. Er rechnet damit, dass die Umsätze 2004 in Westeuropa um 3,1 % zulegen werden. Das ist weit mehr als das Plus von einem Prozent in diesem Jahr. Für Deutschland prognostiziert Bitkom immerhin ein Wachstum von etwa 2 % im nächsten Jahr nach stagnierenden Umsätzen 2003. Die IT-Anbieter erwarten vor allem deshalb neue Aufträge, weil viele Unternehmen in der Krise IT-Investitionen auf Eis gelegt haben. Jetzt komme der Punkt, an dem ein weiteres Hinausschieben nicht mehr möglich sei, weil Geräte und Software veraltet seien, sagte Karl Fickel von der Fondsgesellschaft Lupus Alpha.

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