Intel verzichtet auf eigenen Stand - "Die kleine Systems ist leichter vorzubereiten"
IT-Messe im unruhigen Fahrwasser

Die Systems hat es schwer in diesem Jahr. Nachdem die Münchner Fachmesse für Informationstechnik und Telekommunikation in den vergangenen Jahren zusammen mit der Branche enorm gewachsen war, leidet sie jetzt auch unter ihrer Krise, die sich nach den Anschlägen in den USA vom 11. September noch einmal verschärft hat.

ddp/vwd MÜNCHEN. "Wir haben einen Rückgang bei den Ausstellern von etwa 13 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr", sagt Messechef Joachim Enßlin. Nur rund 2 800 Aussteller würden in der kommenden Woche ihre Dienste und Produkte auf dem Münchner Messegelände präsentieren. Außerdem sei er nicht sicher, ob die 20. Systems ebenso viele Besucher anlocken kann wie im vergangenen Jahr, als 147 000 Menschen kamen. Damit hat Enßlin seine eigenen Erwartungen beträchtlich heruntergeschraubt. Noch im März hatte die Münchner Messegesellschaft 3 500 Aussteller und 150 000 Besucher erwartet.

Ebenso wenig wie auf die Konjunktur hat die Messe Einfluss auf die Planung der Unternehmen. Der weltgrößte Prozessorhersteller Intel, im vergangenen Jahr mit einer E-Business-Präsentation auf der Messe, hat sich dieses Mal gegen einen eigenen Stand entscheiden. "Auch wir haben begrenzte Ressourcen", begründet ein Unternehmenssprecher die Entscheidung. Die Internationale Funkausstellung in Berlin war dem Chiphersteller diesmal wichtiger. "Das hat einfach besser mit der Markteinführung des Pentium 4 mit zwei Gigahertz zusammen gepasst", sagt der Sprecher. Auf der Systems ist Intel nur zusammen mit Microsoft und einigen anderen Partnern auf deren Ständen zu sehen.

Doch trotz der schwierigen Marktsituation kann die Systems ihre Stellung als zweite IT-Messe in Deutschland nach der Cebit behaupten. Es sei der Vorteil der Systems, dass sie nicht so groß ist, sagt Harald Summa, Geschäftsführer des Electronic Commerce Forum (eco). Gerade im Zusammenhang mit der allgemein schlechten Stimmung werde sich in diesem Jahr zeigen, wer auf dem IT-Markt noch etwas zu sagen hat.

"Die Systems ist leichter vorzubereiten, weil die Messe kleiner als die Cebit ist", sagt auch Bitkom-Geschäftsführer Ulrich Schneider. Da Unternehmen auf der Systems ebenso gut Geschäfte abschließen könnten wie auf der Cebit, hofft er für die Mitglieder des Branchenverbandes für Informationstechnik- und Telekommunikationsanbieter vor allem auf gute Aufträge. Im Gegensatz zu Intel ist der Computer-Konzern IBM auch in diesem Jahr wieder auf der Systems. Die Messe werde vor allem genutzt, "um neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen auf- und auszubauen", sagt Felix Rümmele, Direktor PC Marketing der IBM Deutschland.

Die Situation der Branche sieht offenbar nicht in allen Bereichen düster aus. Das Forum zur IT-Sicherheit in der Halle B1 etwa verzeichnet nach Messe-Angaben mit 100 Ausstellern ein plus von 100 Prozent, ein Hinweis darauf, dass die Unternehmen inzwischen für Viren und andere Angriffe sensibilisiert sind. Auch das Fachhandelszentrum "Dealers Only" in der Halle C2 ist mit sechs Prozent leicht gewachsen.

Das Handelsblatt.com-Special zur Systems 2001

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