Intel will nicht mehr als gut 20 Prozent übernehmen
Zukunft der Chip-Fabrik in Frankfurt weiter offen

Die Zukunft der geplanten Chipfabrik in Frankfurt/Oder ist weiter unsicher. Derzeit hält die US-amerikanische Intel Corp. noch gut 40 % an der Betreiberfirma Communicant Semiconductor Technologies. "Unser Ziel ist es aber, diesen Anteil auf gut 20 % zu reduzieren", erklärte Stacy Smith, General Manager für Europa, Naher Osten und Afrika, gegenüber dem Handelsblatt.

bag BERLIN. Sollte die Gesamtfinanzierung des 3,15-Mrd-DM-Projekts bis Ende des Jahres nicht gesichert sein, kann der weltgrößte Chiphersteller laut Vertrag wieder aus dem Projekt aussteigen. Ob Intel nach Ablauf dieser Frist gegebenenfalls doch zu einem höheren Engagement bereit wäre, wollte Smith nicht beantworten.

Intel sei jedoch "voller Hoffnung und sehr optimistisch", so Smith. Schließlich handele es sich um ein strategisches Investment - "unabhängig von den zyklischen Schwankungen des Chip-Marktes". Die Technologie des staatseigenen Frankfurter Instituts für Halbleiterphysik IHP sei so interessant für Intel, dass wir "erstmals in unserer Unternehmensgeschichte eigene Technologie eingebracht haben", so Intel-Sprecher Hans-Jürgen Werner. Das sei "sehr, sehr ungewöhnlich".

Die IHP-Technologie ermöglicht den Bau deutlich kleinerer Chips für die drahtlose Kommunikation, die zudem auch weniger Energie benötigen. Dass Intel generell unabhängig von der flauen Chipnachfrage investiere zeige sich daran, dass die für 2001 geplanten Investitionen in eigenen Anlagen von 7,5 (Vorjahr: 6,9) Mrd. $ nicht reduziert worden seien.

Dritter Partner ist bislang das Emirat Dubai. Doch statt der ursprünglich in Aussicht gestellten Milliarde DM investiert der Golfstaat nun doch nur 575 Mill. DM; der Rest soll in eine Folgefabrik in Dubai selbst fließen. Werner äußerte Verständnis für diese Entscheidung. Es sei jedoch nicht richtig, dass Intel keinen starken Partner mit mehr als 25 % wolle, stellte er klar: "Wir würden auch ein höheres Investment akzeptieren". Die Entscheidung liege jedoch bei Communicant.

Gelassen reagiert Intel auf die Nachricht, dass der Baubeginn der Produktionshalle vergangene Woche um zwei Monate verschoben wurde. Die offizielle Erklärung war, dass noch weitere Untersuchungen des Baugrundes nötig seien. Im Juni war bereits die Grundsteinlegung abgesagt worden, an der auch Bundeskanzler Schröder hätte teilnehmen sollen. Eine Verschiebung um zwei oder drei Monate sei unerheblich, so Werner, "Hauptsache die Bauarbeiten sind angelaufen". Um ein Jahr dürfe sich das Projekt jedoch nicht verschieben.

Die Landesregierung hat bereits Fördermittel von 64 Mill. DM bewilligt. Zusätzlich hatte Dubai eine Landesbürgschaft über gut 70 Mill. DM durchgesetzt. Damit habe sich das Unternehmen für den Fall absichern wollen, dass die EU-Kommission die geplante Förderung nicht genehmigen sollte, hieß es zuletzt in Presseberichten. Insgesamt rechnet Communicant mit Zuschüssen von 350 Mill. US-Dollar.

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