Intel-Zahlen belasteten Techwerte nur kurzfristig
Dax schließt moderat im Minus

Am Freitag hat der Dax knapp behauptet geschlossen. Der Index verabschiedete sich mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 2 432 Punkten ins Wochenende. Das Tageshoch lag bei 2 468 Zählern, das Tagestief bei 2 394 Stellen, was von einem sehr volatilen Verlauf zeugt. Auslöser der Kursausschläge waren zunächst die schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten, die den Dax deutlich nach unten zogen.

vwd FRANKFURT. Für eine Erholung sorgte dann ein Medienbericht, wonach angeblich zwei Söhne des Terroristenführers Osama bin Laden in Pakistan gefasst worden seien. Pakistan und die USA haben die angebliche Festnahme allerdings dementiert. Keine wesentlichen Neuigkeiten brachte dagegen der dritte Bericht von Uno-Chefinspektor Hans Blix, hieß es aus dem Handel. Dies sei aber auch nicht erwartet worden, so ein Teilnehmer. Es werde weiterhin davon ausgegangen, dass ein baldiger Militärschlag gegen den Irak droht. Darauf weisen auch die jüngste Aussagen von US-Präsident Bush hin. Die Erholung des Deutschen Aktienmarktes, die auf die US-Vorgaben zurückzuführen sei, sei daher auch mit Vorsicht zu genießen.

Kursbewegende Einzelnachrichten waren rar gesät. Gesucht waren FMC. Die Entscheidung, dass der Finanzvorstand von Fresenius Medical Care (FMC), Ulf M. Schneider, als Vorstandsvorsitzender Gerd Krick bei Fresenius ablöst, wurde von einem Analysten als Überraschung bezeichnet. Er habe erwartet, dass Schneider - der noch nicht sehr lange bei dem Unternehmen sei - Vorstandsvorsitzender von FMC werde, so der Analyst weiter. Schneider sei "recht jung und dynamisch" und könnte möglicherweise einige Dinge verändern. FMC legten um 5,2 Prozent auf 43,83 Euro zu.

Der Intel-Zwischenbericht belastete Infineon nur kurzzeitig. Die Aussagen seien zwar nicht wirklich schlecht, hieß es. Die Anleger hätten aber mit einer steigenden Nachfrage und höheren Umsatzprognosen gerechnet, statt dessen habe Intel die obere Grenze der Umsatzerwartung gesenkt. Infineon gewannen nach anfänglichen Verlusten 1,6 Prozent auf 5,76 Euro. Dazu hieß es, man könne weiter von einer Nachfragebelebung im Verlauf des Jahres ausgehen. Die Entlastung der Branche sei zwar bisher unter anderem durch die Politik in Südkorea verhindert worden, der Druck auf die Urheber nehme aber zu.

Deutsche Telekom notierten 1,8 Prozent fester bei 10,12 Euro. Sie profitierten damit von einer positiven Analystenstimme: J.P. Morgan hat die Aktie auf "Overweight" von "Neutral" hoch gestuft. Die Bewertung sei attraktiv, der Faire Wert liege bei 14,60 Euro. Die Aktien von BMW verloren 0,6 Prozent auf 23,06 Euro. Belastet worden seien die Titel im Verlauf in erster Linie vom schwachen Dollar, sagte ein Händler.

Thyssen-Krupp wiesen die stärksten Abgaben im Dax auf und markierten damit erneut neue Tiefstände. Händler sprachen von ausländischen Adressen als Abgebern. In Anbetracht der geringen Umsätze konnte allerdings nicht von massivem Verkaufsdruck die Rede sein. Die nächste Unterstützung wird nun bei 6,95 Euro und dann erst wieder bei 4,65 Euro ausgemacht. Die Aktie gab um 5,7 Prozent auf 7,61 Euro nach.

Im MDax entwickelten sich Leoni fester. Das Unternehmen hatte vorbörslich eine Dividendenerhöhung bekannt gegeben, die von Analysten aber erwartet worden war. Der Wert verteuerte sich um 3,5 Prozent auf 28,99 Euro.

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