Intel-Zahlen setzen Märkte unter Druck
Europabörsen geht die Luft aus

Die europäischen Aktienmärkte haben zur Handelshälfte uneinheitlich, insgesamt jedoch schwächer tendiert. Der DJ Stoxx50-Index notierte 1,3 Prozent schwächer bei 2553 Zählern.

Reuters LONDON. Händler erklärten, die enttäuschend ausgefallenen Quartalszahlen des weltweit führenden US-Chipherstellers Intel habe den Technologiesektor unter Druck gesetzt und die Märkte insgesamt belastet. Für Auftrieb habe dagegen die anhaltende Erholung bei einigen Banken und Versicherern gesorgt. Viele Finanzwerte gaben die Gewinne im Verlauf allerdings wieder ab.

Gesucht waren Credit Suisse Group, die zeitweise über fünf Prozent kletterten. BNP Paribas verbesserten sich um 2,2 Prozent, während Münchener Rück zwei Prozent zulegten. Gemieden wurden dagegen Technologiewerte, die am Vortag teilweise spektakuläre Gewinne verbucht hatten. STMicroelectronics gaben in Paris 5,3 Prozent nach. ASML büssten knapp zehn Prozent ein. Die nordischen Handyhersteller und Telekomausrüster Nokia und Ericsson standen ebenfalls unter Druck.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse tendierte schwächer. Der FTSE-100-Index verlor 1,3 Prozent auf 4079 Zähler. Als Belastung erwiesen sich Technologie- und Telekomwerte. Deutliche Einbußen mussten auch Reuters hinnehmen, die um 22 Prozent einbrachen. Zuvor hatte Reuters über einen Umsatzrückgang von sieben Prozent im dritten Quartal informiert. Die Titel des Mobilfunkriesen Vodafone verloren drei Prozent. Marktbeobachter verwiesen dabei auf die Bekanntgabe des Unternehmens, dass es die Kontrolle über den französischen Mobilfunkanbieter Cegetel übernehmen wolle. mmO2 büßten 2,5 Prozent ein, während British Telecom 3,3 Prozent nachgaben.

ZÜRICH - Nach dem markanten Kurssrpung am Vortag tendierten die Schweizer Aktien im Verlauf wieder schwächer. Der SMI notierte 1,7 Prozent tiefer auf 4913 Punkten. Das Geschäft sei von starker Verunsicherung geprägt. Unter den wegen weiterer Deckungskäufe zunächst noch allgemein festeren Finanzwerten konnten im Verlauf einzig CS Group und Rentenanstalt noch mit höheren Kursen aufwarten. Pictet bezeichnete CS als Favorit unter den Banken. CS Group und "Renten" stiegen 3,2 und 4,3 Prozent. Zurich zogen zunächst ebenfalls an, sanken dann aber um rund sieben Prozent. Schwächer waren auch die Marktschwergewichte Nestle, Roche und Novartis.

PARIS - Der CAC 40-Index der Pariser Börse verbesserte sich leicht um 0,1 Prozent auf 3090 Zähler. Als Kurstreiber nach oben erwiesen sich die Titel des Medienkonzerns Vivendi Universal, die sieben Prozent kletterten. Händler verwiesen auf die Spekulationen, ob Vivendi Universal das Angebot der britischen Vodafone für die Übernahme der Beteiligung von Vivendi Universal am Mobilfunkanbieter Cegetel annehmen werde. Unterstützung sei auch von Banken und Versicherern gekommen. BNP Paribas bauten die Vortagesgewinne weiter aus. Unter Druck standen dagegen die Titel von STMicroelectronics, die über fünf Prozent nachgaben.

FRANKFURT - Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab zwischenzeitliche Gewinne ab und notierte 0,2 Prozent tiefer auf 3042 Punkten. Zunächst hätten Finanzwerte die Erholung des Vortages fortgesetzt und der Börse ins Plus geholfen. Commerzbank kletterten zwei Prozent, Münchener Rück waren zwei Prozent fester. Münchener Rück notierten zwischenzeitlich 13 Prozent im Plus. Gemieden wurden dagegen Werte des Technologiesektors, darunter vor allem Chip-bezogene Aktien. Infineon verloren gegen neun Prozent, Epcos ermäßigten sich um 6,5 Prozent.

BENELUX - Die Benelux-Börsen schwenkten ebenfalls in die Verlustzone. Der Amsterdamer AEX-Index notierte 1,9 Prozent schwächer bei 334 Punkten, während der Brüsseler Bel20-Index über 0,5 Prozent auf 2010 Zähler verlor. Unter Druck standen Technologiewerte. Philips büßten einen Teil der Vortagesgewinne wieder ein und ermäßigten sich um 3,4 Prozent. ASML büßten über zehn Prozent ein. Finanzwerte gaben frühe Gewinne ab.

MAILAND - Der Mib30-Index der Mailänder Börse verlor 1,3 Prozent auf 23.042 Punkte. Händler sprachen von einem volatilen Handel. Unter Druck standen die Titel des Chipherstellers STMicroelectronics, die sechs Prozent verloren. Händler verwiesen dabei auf einen Zeitungsbericht, demzufolge der französisch-italienische Chiphersteller an einem Kauf der Chipproduktion von Motorola interessiert sei. STMicroelectronics dementierte dies allerdings. Als Belastung erwiesen sich erneut die Titel des krisengeschüttelten Autobauers Fiat, die 3,5 Prozent nachgaben.

MADRID - In Madrid gewann der Ibex35-Index 0,1 Prozent auf 5895 Zähler. Als Kursstützen erwiesen sich zunächst die beiden schwergewichteten Banken Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und Santander Central Hispano (SCH). SCH gaben allerdings die Gewinne wieder ab und standen ein Prozent im Minus. Unter Druck standen die Titel des Erdölunternehmens Repsol YPF, die 2,4 Prozent nachgaben.

SKANDINAVIEN - Die nordischen Börsen notierten schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index verlor zwei Prozent auf 231 Punkte. Als Belastung erwiesen sich die Titel der beiden Handyhersteller und Telekomausrüster Ericsson und Nokia, die Einbußen von 1,5 und 4,4 Prozent hinnehmen mussten. Unter Druck standen auch Telekomwerte. Telia und Sonera verloren 2,1 Prozent und 2,4 Prozent.

WIEN - Der ATX-Index der Wiener Börse notierte 0,4 Prozent fester bei 1029 Punkten. Gesucht waren Wienerberger, die 1,7 Prozent gewannen. Verbund verbesserten sich um 0,4 Prozent. Voest Alpine legten 0,5 Prozent zu.

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