Intelligente Software
Drahtloser Internetzugang soll narrensicher wie Telefonieren werden

Das Internet soll als weltweiter Marktplatz künftig überall mobil erreichbar sein, darüber sind sich die führenden Netzwerkbetreiber und Anbierter von Internet-Inhalteneinig. Doch noch sind vor das weltweite Datennetz zahlreiche Fallstricke gespannt. Derzeitige Netzwerktechnologien ermöglichen bislang jeweils nur eingeschränkten mobilen Zugang.

dpa HELSINKI. Doch nun hat eine kleine finnische Firma eine Lösung vorgestellt, die die Internet-Verbindung von allen mobilen Geräten wie künftigen Handy-Modellen, Persönlichen Assistenten (PDAs) oder Laptops selbst auf Reisen unterbrechungsfrei und sicher realisieren soll. "Der Zugang zum weltweiten Datennetz wird künftig so narrensicher sein wie herkömmliches Telefonieren", sagte Panu Pietikäinen, Chef der Firma NetSeal Technologies aus dem finnischen Espoo.

Während sich über das Funknetz GSM bislang nur kleine Mengen an Daten übermitteln lassen, sind wiederum lokale drahtlose Netzwerke (WLAN, Wireless Local Area Network) mit großen Bandbreiten nur für den Nutzen vor Ort konzipiert. Neue drahtlose Übertragungstechniken wie Bluetooth versenden die Daten zwar ohne Kabel, allerdings nur bis zu einer Entfernung von rund zehn Metern. Will der Anwender das aktuelle Netzwerk wechseln, muss er das bislang umständlich von Hand erledigen und sich neu ins Netz einwählen. Die Software RoamMate soll ihm dagegen künftig mobilen und sicheren Internetzugang bieten, ohne dass er sich um die gerade zur Verfügung stehende Infrastruktur kümmern muss.

"Eine solche Software würde, wenn sie tatsächlich funktioniert, unseren Unternehmens-Zielen klar entgegenkommen", sagte Carsten Meincke vom Online-Dienst AOL. Die Zukunft der technischen Entwicklung liege ohnehin in der Möglichkeit eines ungebrochenen Internet-Zugangs - sei es vom Auto aus, über Handy oder über andere mobile Geräte. "Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass wir nur von einem Gerät aus ins Internet kommen", sagte Meincke. Eine entsprechend intelligente Software habe es bislang allerdings noch nicht gegeben, sagte Andreas Guggenbichler vom US-Netzwerkkonzern 3Com. "Wenn ich mir aber wirklich keine Gedanken mehr machen muss, über welchen Weg ich diese Verbindung zu einem lokalen Netz oder das Internet aufbaue, wäre das sicher eine große Erleichterung in der Nutzung mobiler Geräte", schätzt der Experte für Netzwerke und Internet-Telefonie.

"RoamMate erlaubt es erstmals allen Nutzern, das Internet in der gleichen Weise wie ihre Handys zu nutzen", sagte Pietikäinen. Eine mobile Internet-Verbindung ähnele prinzipiell einer Handy-Verbindung. Auf Reisen müsse sich auch kein Handy-Nutzer darum kümmern, welche Telekom-Gesellschaft gerade das Netz zur Verfügung stellt. Die Telekom-Gesellschaften haben untereinander Vereinbarungen getroffen, um ihren Kunden einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Das Mobiltelefon sucht sich automatisch, ohne die Verbindung zu unterbrechen, den richtigen Anbieter für die Übertragung. Ähnlich sollten künftig alle mobilen Geräte funktionieren. RoamMate unterstütze laut Pietikäinen alle derzeitigen Übertragungs- Technologien wie ISDN, GSM, Bluetooth, lokale Netzwerke (LAN, Local Area Network), WLAN, Modem sowie den künftigen Mobilfunkstandard GPRS. Die Rolle der Telefonnummer werde dann von der Internet-Adresse (IP-Adresse) übernommen, die dem Benutzer eine permanente Identität zuweist. Die Software werde in die mobilen Einheiten sowie in den Servern der Firma beziehungsweise des Internet-Service-Anbieters installiert und sorge sodann für das Management der Adressen.

Im Einsatz ist die neue Erfindung bereits bei der Firma Avecra, Betreiberin der Speisewagen der Finnischen Bahn. RoamMate gewährleistet dort die Kommunikation mit und ohne Kabelverbindung, wobei die Mitarbeiter auch während der Fahrt auf das unternehmens- eigene Intranet zugreifen können.

Nach vier Jahren Entwicklungszeit sucht Pietikäinen zusammen mit seinem Compagnon Juhani Talvela jetzt weltweit Kooperationspartner für den Einsatz der eigenen Angaben zufolge einzigartigen Software. "Es geht darum, jetzt schnell in den Markt zu kommen", sagte Pietikäinen. Erste Kontakte in den USA habe die finnische Firma bereits geknüpft. Marketingaktivitäten in Europa seien für das kommende Jahr geplant. Bis auch Privatpersonen die Software einsetzen können, werde es Pietikäinen zufolge allerdings noch zwei bis drei Jahre dauern.

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