Intelligente Technologien bringen ordentliche Ergebnisse
Lust statt Frust beim Streaming

Deutsche Internetnutzer liegen beim Streamen im internationalen Vergleich noch weit zurück. Das brachte eine kürzlich veröffentliche Studie der Web-Researcher von NetValue zum Vorschein. Nur 13,8 Prozent der Haushalte mit Internet-Anschluss würden Streaming-Angebote nutzen.

DÜSSELDORF. Anders im Ausland. Fast 20 Prozent der Spanier und rund 15 Prozent der Amerikaner laden so genannten Rich Media Content - also Inhalte, die oft mehrere hundert Megabit groß sind aus dem Netz auf ihren Rechner. Doch nicht einmal im professionellen Umfeld ist Streaming weiter verbreitet. Auch in Unternehmen gehören heute Videokonferenzen per Internet eher zu den Ausnahmen.

Häufig sorgt das "Stakkato in der Leitung" für die niedrige Akzeptanz beim Anwender. Schuld ist daran nicht einmal das En- und Decodieren der Daten, sondern der Streaming-Vorgang. Denn die Unterschiede zwischen der Encoding-Software von Anbietern wie Microsoft, RealNetworks oder Apple sind nur noch marginal. Nicht die Inhalte, sondern die Pausen bei der Übertragung sorgen für "Ruckelbilder" und damit für Streams auf niedrigem Niveau. Erst ein kontinuierlicher Datenstrom lässt auf dem Bildschirm des Users Bilder zu flüssigen Bewegungen werden: Das menschliche Auge braucht eine Übertragung von mindestens 15 Frames pro Sekunde, um einen Film als Film wahrzunehmen.

Niedrige Akzeptanz durch "Stakkato in der Leitung"

Bisher gibt es aber nur wenige Lösungen, die tatsächlich einer Vielzahl von Usern gleichzeitig AV-Inhalte in akzeptabler Qualität zur Verfügung stellen. Sendestationen von Webradios oder gar Anbieter von Videokonferenz-Software sind damit überfordert. Stoßen sie mit herkömmlichen Technologien doch häufig an ihre Grenzen. Deshalb gilt Streaming als klassischer Kandidat zum Auslagern an einen Application Service Provider (ASP). Dabei trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen: Nicht jeder ASP verfügt über die passende Infrastruktur, um hochwertiges Streaming bereitzustellen. Hinweise finden sich in den Service Level Agreements (SLA), die sich aber oftmals nur auf die generelle Verfügbarkeit der Dienste beschränken und nicht den qualitativ hochwertigen Stream beim Nutzer garantieren. Genau darauf kommt es aber beim Streaming an. Der Einsatz von leistungsfähiger Hardware, die für die Anforderungen von AV-Streaming spezialisiert ist, stellt dabei nur einen wichtigen Baustein der Infrastruktur dar.

Bei traditionellen Internet-Übertragungen stellt jeder Internet Service Provider (ISP) AV-Inhalte ungesteuert auf den eigenen Caching-Servern zur Verfügung. Greift ein Anwender über einen anderen ISP auf diesen Inhalt zu, sorgen die Schnittstellen zwischen den Providern und überlastete Leitungen für Datenstaus. Beim so genannten "At the edge delivery"-Ansatz unterhält der ASP dagegen ein eigenes Netzwerk, das in die Teilnetze mehrerer Provider integriert ist. Dieses Netz dient dem gesteuerten Verteilen der Inhalte: Je näher der AV-Inhalt zurzeit des Abrufs beim Benutzer ist, um so geringer ist die Gefahr schwankender Qualität. Spezielle NetCaches, die vom ASP bei den Providern installiert werden, halten deshalb häufig nachgefragte Informationen so nahe wie möglich dem User vor. "At the edge delivery" gilt derzeit in Branchenkreisen als führend. Intelligent ist diese Methode dann, wenn die Daten gezielt durchs Netz wandern. Normalerweise stellt ein "Programmdirektor" eines Internet Service Providers (ISP) bestimme Datenpakete auf dessen Caching-Server, die dann zum Abruf bereitstehen.

Mit ausgereifter Technologie ist hochwertiges Streaming schon heute möglich

Dabei kann er den tatsächlichen Bedarf der User vorher nicht kennen. Es besteht also die Gefahr, dass riesige Datenmengen nur von Einzelnen oder gar niemandem genutzt zu werden. Oder ein AVStream muss erst quer durch verschiedene Teilnetze wandern, bis er dort ankommt, wo er letztlich abgerufen wird. Dabei entsteht zweimal hoher Datenverkehr: einmal beim Hochladen durch den ISP und dann beim eigentlichen Streamen zum User. Ein intelligentes Verfahren verhindert diesen Datenverkehr, indem Inhalte erst dann zum User wandern, wenn der tatsächlich eine Anfrage abgeschickt hat.

Entwickelt und zum Patent angemeldet wurde ein entsprechendes Netzwerkkonzept von der Münchener IntelliVision Networks AG. Deren so genannte X-PoP-Technologie verbindet leistungsfähige Caching- Server durch ein ausgeklügeltes Routing-Verfahren. Dieses berücksichtigt die Unwägbarkeiten nicht festgelegter Routing-Strecken oder unkalkulierbarer Zugriffe im Internet. Durch ein optimales Management kann der ASP oder Provider über das Overlay-Netzwerk die Last gezielt verteilen. Bei Ausfall eines Netzsegments oder Servers lässt sich die Verteilung einfach auf einen anderen NetCache umdirigieren, unabhängig, ob dieser beim gleichen oder einem anderen Provider installiert ist. Dabei kann ein X-PoP-Caching-Server bis zu 15 000 gleichzeitige Abrufe bedienen.

Mit ausgereifter Technologie ist qualitativ hochwertiges Streaming deshalb schon heute möglich. Solange die eingesetzten Verfahren aufeinander abgestimmt sind und sich dadurch die Flaschenhälse im Internet elegant umgehen lassen. Live-Streams und Videokonferenzen sind also schon jetzt weder unausgereifte Randerscheinungen noch absolute Highlights.

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