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Intelligentes Sparen

Trotz Sparzwang sollten IT-Leistungen weiterhin auf einem hohen Level erbracht werden. Mit weniger Mitteln den Qualitätsstandard zu erhalten, so Telekom-Dienstleister Dr. Winfried Materna (Foto), ist eine Gratwanderung.

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In Zeiten wirtschaftlicher Zwänge durchforsten Firmen sämtliche Aktivitäten und Abläufe nach Optimierungspotenzialen. IT-Verantwortliche werden daher vor die Sinnfrage gestellt: Welchen Beitrag leisten die laufenden Kosten oder ist gar ein weiteres Investment in die IT für den Produktivitätsfortschritt notwendig? Vielfach ist eine qualifizierte Antwort nach dem ausreichenden Return-on-Investment nur schwer zu geben - manchmal gar nicht. Im Umkehrschluss kommt die Forderung, die Kosten zu senken. Die IT-Abteilungen befinden sich nun in "guter" Gesellschaft mit anderen Unternehmensgruppen; der ehemalige Sonderstatus hat sich endgültig verflüchtigt. Natürlich haben die Unternehmen in guten Zeiten Speck angesetzt: hier ein Prestigeprojekt, dort eine Assistenz oder eine externe Unterstützung. Es heißt, Abschied nehmen von lieb gewonnenen Gewohnheiten, verstärkt selbst anfassen und nicht delegieren. Personalreduktionen sind am Schwierigsten, bringen in der Regel aber die größten und langfristigsten Effekte. Gängige Sparmodelle werden aufgegriffen: Personalabbau, Sachkostenreduktion, Verschieben von Investitionen. Häufig vernachlässigt wird jedoch eine Optimierung von Geschäftsprozessen mit Kostensenkungspotenzialen, da diese vorab wiederum mit Investitionen verbunden ist. Qualitätsverluste werden jedoch in keinem Fall in Kauf genommen. Prozesse automatisieren Es gilt, die vorhandenen IT-Aufgaben durch eine Verbesserung der internen Prozesse zu erledigen. Ein abgestimmtes Management der IT-Infrastruktur bietet vielfältige Möglichkeiten zum Sparen. Eine bewährte Orientierungshilfe ist das Modell ITIL (IT Infrastructure Library). Mit seiner Hilfe lassen sich IT-Management-Prozesse standardisieren und qualitativ verbessern. Zahlreiche marktübliche Software-Tools unterstützen diese Methode. In großen Service-Organisationen helfen automatisierte Personaldispositionsmittel, die Service-Teams effektiver einzusetzen. Einsparungen im hohen zweistelligen Prozentbereich sind nicht ungewöhnlich. An der Kundenschnittstelle sind es Self-Service-Tools, die das Customer-Care-Center entlasten. Auch zur Verringerung der Sachkosten bietet sich ein breites Spektrum an Alternativen. Natürlich sollten zunächst die vorhanden Einsparmöglichkeiten beim Einkauf genutzt werden. Zumeist sind diese Potenziale aber schon ausgeschöpft. Der Einsatz offener Standards bei der Auswahl von IT-Produkten und Lösungen, die sich im normierten Bereich bewegen, kompatibel sind und über Standardschnittstellen verfügen, führt ebenfalls zu den gewünschten Ergebnissen. Wer gänzlich auf proprietäre Produkte verzichten kann und die Möglichkeit sieht, Open-Source-Software wie Linux einzusetzen, kann erhebliche Einsparungen erzielen. So ergab eine aktuelle TCO-Studie (Total Cost of Ownership) der Robert Francis Group, dass Windows Betriebssysteme 2,7-mal teurer sind als entsprechende Linux-Systeme. Der größte Effekt wird jedoch durch eine geeignete Geschäftsprozessoptimierung erzielt. So lassen sich Kunden- und Lieferantenprozesse mit internen Geschäftsprozessen verknüpfen. Anwendungsintegration kombiniert mit Internet- und Portal-Technologien leisten wertvolle Beiträge. Auch die Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse ist denkbar. Buchhaltermentalität ist fehl am Platz Trotz einer wirtschaftlich angespannten Lage darf nicht das reine Kosten-Management im Mittelpunkt stehen. Kostentransparenz, -kontrolle und-reduktion sind notwendige, aber nicht hinreichende Mittel zum erfolgreichen Führen eines Unternehmens. Das Management muss neue unternehmerische Herausforderungen annehmen, um neue Märkte und Absatzchancen aufzutun. Denn bei allem Kostenbewusstsein, dürfen Wachstum und Umsatzsteigerungen nicht aus den Augen verloren werden. Die reine Buchhaltermentalität ist also fehl am Platz. Auch wenn sich so manches Unternehmen von seinen Blütenträumen verabschiedet hat, steht die Entwicklung des Marktes auch weiterhin im Zentrum einer gründlichen Betrachtung. Antizyklisches Verhalten kann durchaus von Vorteil sein, um Umsatzchancen dort wahrzunehmen, wo sie entstehen. Der Ausweg aus dem Dilemma beginnt mit der richtigen Strategie und einem durchdachten Konzept, um dabei zu sein, wenn es wieder aufwärts geht. (*) 1980 gründete Winfried Materna die Materna und erkannte damit frühzeitig, welche große Zukunft die Informationstechnologie haben würde. Lesen Sie mehr über den Materna-Chef in seinem Portrait weiter ...

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